Kuscheln gegen Ehrlich­keit – E-Off setzt neue Maßstäbe

Am 11. November 2014 sendet das Energie­ver­sor­gungs­un­ter­nehmen e-on eine neue Kampagne in die Welt.

Die Bürger sollen mehr kuscheln. Wer es sich mit einem Kuschel­partner gemüt­lich macht, vergisst vielleicht die bittere Realität der Energie­wende-Politik, lautet offenbar das Kalkül.

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Maxeiner und Miersch haben in dieser Kolumne alles ausge­drückt, was es dazu aus unserer Sicht zu sagen gibt:

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Offenbar möchten sich die Marke­ting­stra­tegen des Unter­neh­mens in neue Dimen­sionen der Volks­ver­dum­mung vortasten. 

Bereits seit zwei Jahren bedient sich das Unter­nehmen der sympa­thi­schen Erschei­nung einer gewissen Frau Weiß, um die Menschen in diesem Land glauben zu machen, dass das Speicher­pro­blem unmit­telbar vor der Lösung steht.

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Die ehrlich­keit ist nun definitiv ausge­schaltet.

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Auf dem gleichen intel­lek­tu­ellen Niveau besagter Kuschel-Kampagne wäre zu resümieren:

Piep, piep, piep – e-on hat Euch lieb. 


Die kusche­lige Kampagne ist aller­dings im Kontext des Kommu­ni­ka­ti­ons­ver­hal­tens der gesamten Branche zusehen. Nicht minder unsäg­lich erscheinen die Slogans und Werbe­spotts der Firma RWE.

Unter dem Motto “Vorweg gehen” sugge­riert dieses Unter­nehmen der Öffent­lich­keit, dass der Weg ins Nichts ein sinnvolles Ziel hätte und “unser Land” auf diesem Weg die Rolle eines mutigen Pioniers einnähme, dem die Zauderer um uns herum neidvoll bis bewun­dernd zusähen. Von den bewie­se­ner­maßen mathe­ma­tisch falschen Prämissen der aktuellen Politik ist ebenso­wenig die Rede wie von den Lachkrämpfen, welche unser “Vorweg­gehen” im Ausland hervor­ruft:

Die Kollegen in Öster­reich kommen vor Lachen nicht in den Schlaf“, berich­tete Gabriel von der Energie­kar­ne­vals­front. Obwohl er doch fürchten müsste, selbst als einer der Haupt­ver­ant­wort­li­chen für diese Zustände und damit als Energie-Karne­vals­prä­si­dent identi­fi­ziert zu werden, warnt Gabriel beherzt vor den Folgen seiner eigenen Politik.

Das groteske Verhalten dieser Unter­nehmen hat ein bekannter deutscher Schrift­steller vor Jahrzehnten treffend beschrieben:

Was auch geschieht –
nie sollt Ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man Euch zieht,
auch noch zu trinken. 

Erich Kästner


Dem bizarren Werbe­ver­halten des Energie­kon­zerns haben sich mittler­weile auch satiri­sche Sendungen angenommen. Manches lässt sich einfach nur mit Satire ertragen.

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