Zahlen – richtig gelesen

Die deutsche Energie­wende-Politik konzen­triert sich im wesent­li­chen auf den Strom­sektor. Inner­halb des Strom­sek­tors geht es weniger um Einspa­rung, sondern vielmehr um den Austausch verschie­dener Arten der Stromerzeu­gung. Das Erneu­er­bare Energien Gesetz hat zu einem massiven Aufbau von Stromerzeu­gungs­ka­pa­zi­täten geführt.

Dies schlägt sich in einem entspre­chendem Anteil des EEG-Stroms am deutschen Strommix nieder:

Bruttostromerzeugung

Im Hinblick auf die Umwelt­wir­kung, bzw. im Sinne einer “Energie­wende” hin zu einem unter wie auch immer definierten Krite­rien “Besseren”, ist dieser Anteil jedoch wenig aussa­ge­kräftig.

Wer eine “Energie­wende” will, muss den gesamten Energie­ver­brauch in den Blick nehmen. An diesem hat der Strom­sektor einen Anteil von einem guten Fünftel:

specht

Die mittels EEG subven­tio­nierte Strom­menge trägt zu dieser im Sinne einer “Energie­wende” relevanten Größe gute 11 Prozent bei:

primärenergie2013

Umgekehrt ausge­drückt, entfallen fast 90 Prozent unseres Energie­ver­brauchs nach wie vor auf fossile und (zu einem geringer werdenden Anteil) nukleare Quellen.

Der wesent­liche Effekt der “Energie­wende-Politik” besteht darin, dass der nukleare Anteil durch einen höheren fossilen Anteil ersetzt wird.

Von den durch das EEG subven­tio­nierten Energie­trä­gern ist die Biomasse mit knapp 7 Prozent mit Abstand die relevan­teste. Eine weitere Steige­rung der Biomas­se­pro­duk­tion ist jedoch nur sehr bedingt darstellbar – Nutzungs­kon­kur­renzen und ökolo­gi­sche Probleme sind bereits offen­kundig.

Auffällig ist der verschwin­dend geringe Beitrag der Windkraft. 

Obwohl 24.000 deutsche Windkraft­an­lagen unser Land über weite Strecken optisch dominieren, leisteten sie nur 1,3 Prozent Beitrag i.S. einer “Energie­wende”. Außerdem führen sie dazu, dass inner­halb des fossilen Sektors tenden­ziell Erdgas durch Braun­kohle substi­tu­iert wird.

Vor diesem Hinter­grund ist die Aussage,

Windkraft und Photo­vol­taik sind die tragenden Säulen der Energie­wende

geradezu lachhaft.

Die seitens der Windkraft­lobby zu hörende Aussage

die Windkraft macht bereits 36 Prozent aus

ist nicht lach-, sondern boshaft.

Zum Zwecke der Volks­ver­dum­mung wird hier auf den “Anteil am Anteil der Erneu­er­baren Energien an der Strom­erzeu­gung” abgestellt.

These:

Selbst wenn man das ganze Land mit Windkraft­an­lagen überzieht, wird die Windkraft an der Fünfpro­zent-Hürde schei­tern.  

Hinter­grund:

Wie in dieser Dreisatz­re­chung darge­legt, bräuchte man alle 7,3 Km einen “Windpark” à 10 Anlagen, um ein Viertel des gegen­wär­tigen deutschen Strom­ver­brauchs zu decken. Dies unter der optimis­ti­schen Annahme, dass ein perfekt zugeschnit­tenes Strom­netz existiert und das als vielver­spre­chendste Option der Speiche­rung gehan­delte Power-to-Gas-Verfahren flächen­de­ckend einge­setzt wird.

Der Strom­be­darf macht jedoch nur ein Fünftel des Energie­be­darfs aus: Ein Viertel eines Fünftels macht ein Zwanzigstel = 5 Prozent.

Eine empiri­sche Überprü­fung der obigen These muss unbedingt unter­bleiben.

Quint­es­senz:

Mit den über das EEG-geför­derten Anlagen ist eine echte “Energie­wende” nicht möglich.

Wer eine Energie­wende will, muss neuen Techno­lo­gien Raum geben, den gesamten Energie­ver­brauch betrachten und den Schwer­punkt auf Einspa­rung statt auf Erzeu­gung setzen.

Sprich: die sinnlose Subven­tio­nie­rung nach politi­schen Präfe­renzen muss durch eine ratio­nale Forschungs- und Innova­ti­ons­för­de­rung ersetzt werden.

So, wie es die gesamte unabhän­gige Wissen­schaft seit Jahren fordert.

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