Wilstedt-Studie

Obwohl nicht zum Thema passend, wurde die sogenannte Wilstedt-Studie im Rahmen des “wissen­schaft­li­chen Fakten­check Infra­schall” am 16.12.2014 breit thema­ti­siert und an den Ausgangs­punkt der Diskus­sio­nen gesetzt. Bei diesem Termin referierte auch der Leiter dieser Studie, Herr Dr. Johan­nes Pohl, als Experte.  Herr Dr. Pohl diente über Jahre hinweg dem Bundes­ver­band Windener­gie als Referent.

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Bildschirm­foto der Seite des Bundes­ver­bands Windener­gie.

Die zentra­len Kritik­punkte an dessen Studie finden Sie hier:

Auszug aus dem Windwahn-Artikel “Warnung vor der Wilstedt-Studie

mit Dank an Jutta Reichardt und Marco Bernardi


Finan­zi­elle Inter­es­sen
Eine Studie, die bezahlt wird von Inter­es­sen­ver­tre­tern, die mit Windkraft­pro­jek­ten Millio­nen verdie­nen, die durch­ge­führt wird von Univer­si­tä­ten, welche durch wieder­holte Studi­en­auf­träge mitfi­nan­ziert, und schließ­lich beglei­tet werden von Profes­so­ren, die seit vielen Jahren als Referen­ten des Bundes­ver­ban­des Windener­gie (BWE) durchs Land reisen, um die Windkraft zu beför­dern kann weder ergeb­nis­of­fen sein, noch mit objek­ti­ver Frage­stel­lung neutral durch­ge­führt werden. Kurz: Eine Studie von Lobby­is­ten dient einzig ihrer Gewinn­ma­xi­mie­rung und nicht dem Wohle von Anwoh­nern.

Unreprä­sen­ta­tiv große Entfer­nung
In der Unter­su­chung wird nur der Hörschall berück­sich­tigt, welcher mit zuneh­men­der Entfer­nung zur Emissi­ons­quelle deutlich abnimmt. Die Mindest­ab­stände in Schles­wig-Holstein betra­gen z.B. im Außen­be­reich 400, im Kernbe­reich 800 m – in Nieder­sach­sen generell 1000 m (Erlass von 2012). Die Betrof­fe­nen in anderen Gemeinde Deutsch­lands, oft auch in Nachbar­ge­mein­den, denn Wind“parks” werden gern an die Gemein­de­gren­zen gebaut, leben meistens in Entfer­nun­gen zwischen 400 und 1000 Metern. Die Befra­gun­gen wurden offen­bar expli­zit in einer Gemeinde durch­ge­führt, in der die Abstände größer, als allge­mein üblich sind! Reprä­sen­ta­tiv kann das nicht sein.

Nur Hörschall berück­sich­tigt
Die Belas­tung durch den Hörschall mit daraus resul­tie­ren­den Krank­heits­sym­pto­men (z.B. Schlaf­stö­run­gen, Herzra­sen, Atembe­schwer­den, Stimmungs­schwan­kun­gen, Unwohl­sein) wird mit 10% angege­ben. Es wird darauf hinge­wie­sen, dass mehr Anwoh­ner über Verkehrs­lärm klagten, aber nicht präzi­siert, woher dieser kommt in einer Landge­meinde, 8km von der nächs­ten Autobahn entfernt, ohne Flugha­fen­nähe und ohne große Bahnver­bin­dung, abgese­hen von einem histo­ri­schen Wisma­rer Schie­nen­bus. Landwirt­schaft­li­cher Verkehr und ggf. Lärm zu Ernte­zei­ten z.B. an Biogas­an­la­gen kann voraus­ge­setzt werden. Ein Wirkungs­ver­gleich von Verkehrs­lärm und Schall von WEA ist unrea­lis­tisch, weil anhal­ten­der periodi­scher Lärm von Rotoren andere Auswir­kun­gen auf den Organis­mus hat, als unregel­mä­ßi­ger Lärm aus dem Bereich Verkehr.

Intrans­pa­renz in den Aussa­gen zu den schwan­ken­den Teilnehmerzahlen/Kapitel “Vorge­hen“
Während der halbjäh­ri­gen Testphase zur Geräusch­min­de­rung betei­lig­ten sich nur 42 Teilneh­mer zum Thema Geräusch­wahr­neh­mung. Zum Ende der Studie schließ­lich nahmen von anfangs 212 Anwoh­nern nur noch 133 an einer Befra­gung teil. Warum diese rückläu­fige Teilnahme? Mangeln­des Inter­esse der Teilneh­mer? Mangelnde Auffor­de­rung und Infor­ma­tion? Kompli­zierte / manipu­la­tive Frage­stel­lung? Keine Aussicht auf Besse­rung der Situa­tion, wegen Vorbe­hal­ten, Ausgren­zun­gen bzgl. beläs­tig­ter Teilneh­mer, oder Vorga­ben und Einschrän­kun­gen der Aussa­ge­frei­heit aufgrund der lobby­ab­hän­gi­gen und ergeb­nis­ori­en­tier­ten Befra­gung? Das Kapitel “Vorge­hen” ist wie vieles in dieser Unter­su­chung fragwür­dig.

25 % Beläs­tigte ohne Symptome bleiben unberück­sich­tigt
Weitere 25% der Befrag­ten fühlen sich durch die Geräu­sche beläs­tigt – ohne Angaben von Stres­sym­pto­men. Hier wäre ein Blick auf die Frage­stel­lun­gen der Studie dringend vonnö­ten und die Nachfrage, woraus die Studi­en­lei­ter die Erkennt­nis ziehen, dass die genann­ten weite­ren 25%, die sich während des Betrie­bes der WKA in den ersten Jahren bereits von den Geräu­schen beläs­tigt fühlten, in den nächs­ten 15 oder mehr Jahren der WEA-Laufzeit keine Krank­heits­sym­ptome entwi­ckeln werden? Auch in der Psycho­lo­gie ist bekannt und für psychi­sche Erkran­kun­gen gilt: Die Dosis macht die Wirkung. Eine Dauer­ex­po­si­tion über Jahre, ob unter Hör‑, Infra­schall oder beidem gleich­zei­tig bedeu­tet, dass die Symptome mit jedem Tag zuneh­men können.

Infra­schall bleibt unberück­sich­tigt trotz erheb­li­chem Gesund­heits­ri­siko
Der sehr viel gesund­heits­ge­fähr­den­dere Infra­schall, der zudem sehr viel weiter reicht als 1500 m und mit der Entfer­nung in seiner Inten­si­tät kaum abnimmt, dabei die Gesund­heit der Anwoh­ner auf unhör­bare Weise erheb­lich schädi­gen kann, wurde schlicht negiert! Eine Tatsa­che, die in einer Studie, die für sich einen Anspruch auf Wissen­schaft­lich­keit und Reprä­sen­tanz erhebt, nicht vorkom­men dürfte, solange Sie nicht deutlich kennt­lich macht, dass andere Einfluß­nah­men auf die mensch­li­che Gesund­heit, etwa durch visuelle Immis­sio­nen (Schat­ten­schlag, optische Bedrän­gung und Dauer­blin­ken) und durch andere Schall­for­men, wie der nicht hörbare, aber durch Vibra­tio­nen und Schwin­gun­gen fühlbare und durch die Ausbil­dung von Krank­heits­sym­pto­men wahrnehm­bare Infra­schall nicht berück­sich­tigt wurden. Die durch­schnitt­li­che Empfind­lich­keit liegt laut seriö­sen, weil unabhän­gi­gen Studien bei 30 – 40 % der Betrof­fe­nen durch Schall unter 20 Hz (siehe Ausar­bei­tun­gen von Enbom und Krahé).

Die ersten Forschun­gen zum Infra­schall fanden übrigens vor 100 Jahren in Öster­reich statt, sie erleb­ten einen Boom in den 60er bis 80er Jahren und bis heute werden regel­mäs­sig neue Unter­su­chun­gen z.B. auf der Inter­noise vorge­stellt und für jeden Inter­es­sier­ten zugäng­lich publi­ziert. Viele dieser Studien aus dem Ausland geben am Ende eine Unabhän­gig­keits­er­klä­rung ab, um deutlich zu machen, dass ihre Verfas­ser ausschließ­lich der Wissen­schaft verpflich­tet sind und nicht irgend­ei­ner Lobby.

Behaup­tete Reprä­sen­tanz nicht haltbar
Die Aussage vom Psycho­lo­gen Dr. Pohl, die Hörschall-Studie zum Windkraft­lärm sei reprä­sen­ta­tiv, weil die Ergeb­nisse der Befra­gun­gen der 212 befrag­ten Anwoh­ner von etwa 1700 Wilsted­tern kein Einzel­fall sei, da “Vergleichs­pro­ben mit 13 anderen Windparks in Deutsch­land” (von etwa 4000 Wind“parks” mit ca. 24.000 WKA, Anm. der Red.) ergeben hätten, dass die Wilsted­ter Lärmana­lyse auf andere Windparks übertra­gen werden könne, ist wissen­schaft­lich nicht haltbar.

 Einen Rückblick auf den “wissen­schaft­li­chen Fakten­check” finden Sie hier.

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