Windkraft und Klima­schutz

Windkraft und  Klima­schutz

In der Selbst­dar­stel­lung ihrer Branche bezeich­net die einfluss­rei­che Windkraft­lobby die Erneu­er­ba­ren Energien als Rettungs­an­ker für das Weltklima.

Neben dem Energie­spa­ren sind die erneu­er­ba­ren Energien das wichtigste Mittel im Kampf gegen den Klima­wan­del. Allein in Deutsch­land wurden 2010 durch Wind, Sonne, Biomasse und Co. schon 120 Millio­nen Tonnen CO2-Emissio­nen einge­spart. Das entspricht den Emissio­nen von rund zehn Millio­nen Menschen hierzu­lande. Durch die Windener­gie allein wurden dabei gut 40 Millio­nen Tonnen CO2 vermie­den.“

Inter­net­seite des Bundes­ver­bands Windener­gie, http://www.wind-energie.de/infocenter/klimaschutz, Aufruf am 7.6.2012

Diese Lobes­hymne entbehrt jeder Grund­lage. Denn tatsäch­lich wird durch die in Deutsch­land instal­lier­ten Erneu­er­ba­ren Energien weltweit – und das ist die für das Thema „Klima­wan­del“ relevante Bezugs­größe – kein einzi­ges Gramm des als Treib­haus­gas bekann­ten Kohlen­stoff­di­oxids (CO2) einge­spart.

Der Beitrag der deutschen Erneu­er­ba­ren Energien zum Klima­schutz ist gleich Null!

Unter nicht unrea­lis­ti­schen Prämis­sen kann es sogar sein, dass die hiesige Förde­rung der Erneu­er­ba­ren Energien dem Klima­schutz zuwider läuft und die weltwei­ten Treib­haus­gas­emis­sio­nen sogar erhöht!

Die Windkraft­lobby argumen­tiert hier irrefüh­rend. Denn die im Folgen­den darge­stell­ten Zusam­men­hänge sind eindeu­tig belegt und in politi­schen und politik­na­hen Kreisen bekannt.

Unsere Darstel­lung orien­tiert sich an dem, was unabhän­gige Exper­ten – nament­lich der Sachver­stän­di­gen­rat zur Begut­ach­tung der gesamt­wirt­schaft­li­chen Entwick­lung sowie der wissen­schaft­li­che Beirat am Bundes­wirt­schafts­mi­nis­te­rium – in mehre­ren aktuel­len Gutach­ten und Stellung­nah­men aufzei­gen:

(a) das Grund­last­pro­blem

Aus Windkraft und Photo­vol­taik (PV) erzeug­ter Strom ist nicht grund­last­fä­hig. Sonne und Wind stehen nicht immer dann zu Verfü­gung, wenn Strom benötigt wird.  Daher müssen für die durch diese volati­len Quellen erzeug­ten Strom­vo­lu­mina stets Reser­ve­leis­tun­gen vorge­hal­ten werden, mit denen die Schwan­kun­gen der Photo­vol­taik und Windkraft­ein­spei­sun­gen kurzfris­tig ausge­gli­chen werden können. Man spricht von „Back-Up“-Kapazitäten. Die Grund­last muss stets gedeckt sein, sonst bricht – verein­facht ausge­drückt – das Netz zusam­men.

Diese Reser­ve­leis­tun­gen können nur durch konven­tio­nelle Kraft­werke sowie in sehr begrenz­tem Umfang durch Biomasse- und Wasser­kraft­an­la­gen erbracht werden. Das bedeu­tet: für jede Kilowatt­stunde aus Windkraft und PV müssen ca.0,8 Kilowatt­stun­den aus grund­last­fä­hi­gen Kohle‑, Atom‑, oder Gaskraft­wer­ken im Hinter­grund bereit­ge­hal­ten werden.

Dadurch, dass sie in die Rolle als Lücken­fül­ler gedrängt werden, können die konven­tio­nel­len Kraft­werke nicht gleich­mä­ßig und damit betriebs­wirt­schaft­lich optimal betrie­ben werden. Sie emittie­ren daher pro Kilowatt­stunde deutlich mehr CO2 als sie emittie­ren würden, wenn sie konti­nu­ier­lich durch­lie­fen. Ähnlich einem PKW, der bei steti­gen 120 Km/h auf der Autobahn hervor­ra­gende Effizi­enz­werte aufwei­sen könnte, aber im Stadt­ver­kehr ständig zu Ampel­sprints genötigt wird.

Durch den gesetz­li­chen Einspei­se­vor­rang der Erneu­er­ba­ren Energien, deren Schwan­kun­gen sie auszu­glei­chen verpflich­tet sind, werden die konven­tio­nel­len Kraft­werke – die rund 4/5 der Strom­pro­duk­tion ausma­chen – somit zur Ineffi­zi­enz gezwun­gen.

Zwischen­fa­zit (a): Von der durch Erneu­er­bare Energien produ­zier­ten Strom­menge kann man nicht auf die CO2-Einspa­run­gen schlie­ßen. Dass Erneu­er­bare Energien inner­halb des Strom­sek­tors zu Einspa­run­gen führen, ist möglich, aber nicht zwingend der Fall.

(b) der Europäi­sche Emissi­ons­han­del

Sofern Erneu­er­bare Energien trotz des unter (a) beschrie­be­nen Zusam­men­hangs tatsäch­lich zu Einspa­run­gen inner­halb des Energie­sek­tors führen, ist von diesen Einspa­run­gen dennoch kein Effekt auf das Weltklima zu erwar­ten.

Für das Weltklima ist nämlich völlig unerheb­lich, an welcher Stelle des Globus’ Treib­haus­gase freige­setzt oder einge­spart werden. Relevant ist allein die Treib­haus­gas­kon­zen­tra­tion in der gesam­ten Atmosphäre – und die ändert sich durch etwaige Einspa­run­gen im deutschen Energie­sek­tor nicht. Diese Einspa­run­gen werden nämlich 1:1 durch erhöhte Emissio­nen an anderer Stelle kompen­siert.

Grund dafür ist das seit 2005 bestehende Europäi­sche Emissi­ons­han­dels­sys­tem. Dieses legt die Gesamt­emis­sio­nen für alle EU Staaten insge­samt verbind­lich fest – alle poten­ti­el­len Emitten­ten der großen, energe­tisch relevan­ten Indus­trie­zweige müssen inner­halb dieses gedeckel­ten Kontin­gents Emissi­ons­rechte (“Zerti­fi­kate”) erwer­ben. In Deutsch­land betrifft dies ca. 1850 Unter­neh­men, die rund 60% des deutschen  CO2 ‑Aussto­ßes ausma­chen. Nicht erfasst sind die priva­ten Haushalte, Kleine­mit­ten­ten und der Trans­port­sek­tor – Energie­rer­zungs­un­ter­neh­men sind jedoch vollstän­dig erfasst und müssen für jedes emittierte Gramm CO2 ein entspre­chen­des Zerti­fi­kat nachwei­sen.

Diese Zerti­fi­kate werden an Börsen oder zwischen den Anlagen­be­trei­bern frei gehan­delt, wobei das Kontin­gent sukzes­sive verklei­nert wird. Dieses System soll sicher­stel­len, dass das CO2 – Reduk­ti­ons­ziel einge­hal­ten wird und Emissio­nen an den Stellen einge­spart werden, wo dies am kosten­güns­tigs­ten möglich ist. Im Prinzip eine sehr vernünf­tige Idee, die von nahezu allen Ökono­men geprie­sen wird.

Einspa­run­gen im deutschen Strom­sek­tor führen nun dazu, dass im deutschen Strom­sek­tor weniger Zerti­fi­kate benötigt werden, der Zerti­fi­ka­te­preis in Europa also sinkt. Damit wird es für Unter­neh­men in anderen Sekto­ren und Regio­nen weniger lukra­tiv, in Emissi­ons­ver­mei­dung zu inves­tie­ren.

Plaka­tiv ausge­drückt: in osteu­ro­päi­schen Kohle­kraft­wer­ken werden im Zweifel keine zusätz­li­chen Filter mehr einge­baut, da die Erspar­nis bei den Zerti­fi­ka­ten die Inves­ti­tion nicht mehr recht­fer­tigt.

Aber auch in anderen Indus­trie­zwei­gen inner­halb Deutsch­lands verän­dert ein reduzier­ter Zerti­fi­kats­preis das Inves­ti­ti­ons­kal­kül. Man kann es drehen wie man will – am Ende bestimmt allein das EU-weit festge­legte Kontin­gent an Zerti­fi­ka­ten, wie viel CO2 in Europa emittiert wird.

Zwischen­fa­zit (b): Soweit die Erneu­er­ba­ren Energien in Deutsch­land und im Rest Europas tatsäch­lich zu einer CO2-Reduzie­rung im Strom­sek­tor führen, werden diese Einspa­run­gen vollstän­dig an anderer Stelle ausge­gli­chen. Erneu­er­bare Energien führen allen­falls zu einer regio­na­len und sekto­ra­len Verschie­bung von Emissio­nen.

© das Carbon-Leakage-Problem – ineffi­zi­ente verdrän­gen effizi­ente Produ­zen­ten

Dass in Deutsch­land und Europa erzeug­ter Strom aus Erneu­er­ba­ren Energien die globa­len CO2 – Emissio­nen senkt und damit einen Einfluss auf das Weltklima hat, kann aufgrund der Zusam­men­hänge aus (a) und (b) defini­tiv ausge­schlos­sen werden.

Es kann aber noch schlim­mer kommen.

Die Förde­rung Erneu­er­ba­rer Energie wird nicht trans­pa­rent als ordent­li­che Subven­tion über den Staats­haus­halt sondern über eine verschlei­ernde Umlage finan­ziert. Im Ergeb­nis verteu­ert die EE-Förde­rung direkt den Strom. Gerade für Unter­neh­men der energie­in­ten­si­ven Branchen, insbe­son­dere die Grund­stoff­in­dus­trien, hat der Strom­preis als Stand­ort­fak­tor existen­zi­elle Bedeu­tung. So mussten in den letzten Jahren diverse Alumi­ni­um­hüt­ten und Stahl­werke in Deutsch­land schlie­ßen. Einge­spiel­ten Wertschöp­fungs­ket­ten – ein Allein­stel­lungs­merk­mal unserer Indus­trie, um das uns die ganze Welt benei­det – droht der Garaus.

Unabhän­gig davon, ob sie in Deutsch­land produ­ziert werden, werden die Produkte dieser energie­in­ten­si­ven Indus­trie­zweige aber weiter­hin benötigt. Energie­in­ten­sive Produk­tion wird also vermehrt an Stand­or­ten statt­fin­den, die mit günsti­ge­ren Strom­prei­sen aufwar­ten. Ein Stück weit ist dies ein norma­ler Struk­tur­wan­del. Proble­ma­tisch daran ist aber: In den Unter­neh­men und Betriebs­stät­ten an den in Punkto Strom­preise günsti­ge­ren Stand­or­ten kommen in aller Regel weniger energie­ef­fi­zi­ente Produk­ti­ons­me­tho­den zum Einsatz.

Gerade die deutschen energie­in­ten­si­ven Unter­neh­men gehören zu den energie­ef­fi­zi­en­tes­ten Produ­zen­ten weltweit. Soweit ihre Produk­tion durch Erzeug­nisse der weniger sparsam arbei­ten­den Konkur­renz ersetzt wird, steigen die weltwei­ten Treib­haus­gas­emis­sio­nen.

Plaka­tiv ausge­drückt: soweit die kostspie­lige Förde­rung der Erneu­er­ba­ren Energien dazu führt, dass Alumi­nium- und Stahl­werke in NRW schlie­ßen müssen und dafür mehr Stahl und Alumi­nium aus China impor­tiert wird, wird dem Klima nicht gehol­fen, sondern gescha­det.

Fazit: Erneu­er­bare Energien in ihrer jetzi­gen Form tragen rein gar nichts zum Klima­schutz bei.  Dabei absor­biert ihre hohe Subven­tio­nie­rung Ressour­cen, die, an der richti­gen Stelle einge­setzt, tatsäch­lich Gutes bewir­ken könnten. Insofern ist die gegen­wär­tige deutsche Erneu­er­bare-Energien-Politik Teil des Problems und nicht Teil der Lösung vieler globa­ler Umwelt­pro­bleme.

Plaka­tiv ausge­drückt: durch die Förde­rung von PV und Windkraft in Deutsch­land lebt nicht ein einzi­ger Eisbär einen einzi­gen Tag länger. Unter Umstän­den erwei­sen wir den Eisbä­ren sogar einen echten Bären­dienst.

 

Die Kraft der Vernunft legt nahe,

  • die umwelt­schäd­li­chen Wirkun­gen von Windkraft, PV & Co. nüchtern zu bilan­zie­ren und gebüh­rend zu berück­sich­ti­gen;
  • das Klima­schutz mit Maßnah­men anzuge­hen, die tatsäch­lich eine Lösung bieten können – bspw. eine Auswei­tung des Emissi­ons­han­dels­sys­tems oder eine konse­quente Besteue­rung klimare­le­van­ter Emissio­nen.

 

Quellen:

Fakten statt Mythen

Bürger­initia­ti­ven

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