Grün macht’s tödlich.

Ein paar salbungs­volle Worte sprechen.

Ein paar freund­liche Blicke in die Kameras werfen.

Ein paar Hände gut gelaunter Gleich­ge­sinnter schüt­teln.

Ein paar Gläschen Sekt trinken. 

Und dabei der Erfül­lung der ideolo­gi­schen und finan­zi­ellen Träume ein riesiges Stück näher kommen. 

So ungefähr stellten sich der Grüne Landwirt­schafts­mi­nister Baden-Württem­bergs, der Grüne Oberbür­ger­meister Tübin­gens und der SPD-Bürger­meister der Gemeinde Schon­dorf den Ablauf des 15. April 2014 vermut­lich vor. 

Schließ­lich wollten sie feier­lich den Abschluss eines Pacht­ver­trags insze­nieren und damit der Errich­tung von 200m hohen Schwach­wind­an­lagen im Schur­wald den Weg ebnen. Eine Subven­ti­ons­rit­ter­ge­mein­schaft um die Stadt­werke Schon­dorf plant, hier ihren Zugang zum EEG-Topf zu legen und ihren Beitrag

  • zu steigenden Strom­preisen im ganzen Land,
  • zu sinkender Lebens­qua­lität vor Ort und
  • zur Indus­tria­li­sie­rung der letzten natur­nahen Lebens­räume

zu leisten.

Nicht gerechnet hatten die “Ökosub­ven­ti­ons­ge­winnler” (Martin Caba) mit dem lautstarken Protest gut infor­mierter und engagierter Bürger. 

Diese Bürger waren nicht gewillt, die ökolo­gisch und ökono­misch irrsin­nigen Pläne hinzu­nehmen und die Propa­ganda unwider­spro­chen im Raum bzw. im Wald stehen zu lassen.

Im Gegen­satz zu vielen ähnli­chen Vorgängen an anderen Orten des Landes waren die  von den offizi­ellen Veran­stal­tern einbe­stellten Medien­ver­treter nicht bereit, der ihr von der Obrig­keit zugedachten Rolle als Jubel­presse zu entspre­chen.

So wurde der Wider­stand im Inter­esse von Mensch und Natur dieses Mal medial angemessen gewür­digt.

Göppinger

 

 

StuttgarterNachrichten StuttgarterZ

 

StuttgarterZ2

 

Sehr aufschluss­reich war die Reaktion der um ihr launiges Event betro­genen Adres­saten des Protestes.

Nachdem sich Boris Palmer und Alexander Bonde etwas Mut angetrunken hatten, näherten sie sich den Bürgern. Aller­dings weniger auf der Suche nach Austausch und im Werben um Verständnis, sondern vielmehr in der Absicht, ihre gefühlte morali­sche Überle­gen­heit und ihre Gering­schät­zung für Mensch und Natur zu dokumen­tieren. 

 

Boris Palmer:

Wir sind seit 30 Jahren für Windräder. Da glaubt Ihr wohl nicht wirklich, dass wir jetzt dagegen sind, nur weil sie in den Wald kommen sollen.”

 
 

Boris Palmer:

Wenn da ein paar Greif­vögel sterben macht das gar nichts. Das sind Indivi­duen, die haben dann halt Pech gehabt. Solange die Popula­tion überlebt, ist das in Ordnung.” 

 
 

Nachfrage eines Vernunft­bür­gers:

Wenn aber erstmal 200.000 Anlagen gebaut sind und jede »nur ein paar Indivi­duen« dahin­rafft, summiert sich das. Wie können Sie da eine Gefähr­dung von Popula­tionen ausschließen?”

 
 

Antwort Boris Palmer:

Ich wünschte, wir bekämen 200.000 Windkraft­an­lagen. Leider werden wir das nicht ganz schaffen.” 

 
   Erwide­rung des Vernunft­bür­gers:

Wenn Sie sich ein Land wünschen, das mit 200.000 Windkraft­an­lagen zugestellt ist, sind Sie unwählbar.”

 
 

Antwort Boris Palmer:

Wenn Sie mich nicht wählen, brauche ich auch nicht mit Ihnen reden.”

 
 

Aussage eines Vernunft­bür­gers:

Ich will nicht auf 200m hohe Türme schauen!”

 
   Antwort Boris Palmer (schreiend):

Dann drehen Sie sich halt um.” 

 

Zum Sachver­halt

Die Stadt­werke Schorn­dorf, Tübingen, Fellbach und Göppingen wollen am ehema­ligen Bundes­wehr­depot in Wangen und im angren­zenden Wald einen Windparkt mit sechs Windkraft­an­lagen bauen. Im Schur­wald wird ca. alle 3 km ein Windpark geplant. 

schurwaldplanung

Die Unter­ber­kener Bürger wurden 2012 zu einer sogenannten Bürger­ber­fra­gung einge­laden. Im Losver­fahren wurden 1000 Bürger ausge­wählt und nachweis­lich von der Stadt­ver­wal­tung­über die Planungen falsch infor­miert. Mit unrea­lis­ti­schen Fotomon­tagen und Anzahl der WKA wurden die Bürger für die WKA Planungen einge­schworen und stimmten am Ende den Planungen zu. Nachdem sich die Bürger selbst infor­miert haben und die Gesamt­pla­nung der Region Stutt­gart kennen, sind sie sehr aufge­bracht über die Irrefüh­rung. Die Bürger haben eine Bürger­initia­tive www.BI-Berken.de gegründet und sich dem Verein Mensch Natur angeschlossen. Die Planung zeigt, dass Oberberken, Unter­berken und Adelberg regel­recht von Windparks umzin­gelt werden. Auch war es eine Lüge, dass kein Wald gerodet werden soll. Nur 3 WKA passen auf das ehema­lige Bundes­wehr­depot, die anderen WKA stehen im Wald. Obwohl die Regio­nal­plan­teil­fort­schrei­bung für Windenergie der Region Stutt­gart noch nicht von dem Regio­nal­par­la­ment geneh­migt wurde (dies soll erst im Oktober statt­finden) und die natur­schutz­recht­li­chen Fragen nicht geklärt sind, überreichte der Besitzer des Gebietes, Minister Bonde, den Gestat­tungs­ver­trag im Auftrag des Forst BW den Stadt­werken. 

Der Gestat­tungs­ver­trag wurde bereits für 20 Jahre abgeschlossen und gestattet den Stadt­werken, Windkraft­an­lagen und die notwen­dige Infra­struktur für 20 Jahre zu betreiben. Hier der Entwurf des Gestat­tungs­ver­trag. Ein Rücktritts­recht ist einge­räumt, falls die immis­si­ons­schutz­recht­liche Geneh­mi­gung nicht erteilt wird. Man fragt sich, warum der zweite Schritt vor dem ersten getan wird.

Das immis­si­ons­schutz­recht­liche Verfahren bzw. das Bauge­neh­mi­gungs­ver­fahren inklu­sive des Teilfort­schrei­bungs­ver­fah­rens des Regio­nal­plans durch die Region Stutt­gart wird zur Farce. Die Bürger sollen wohl wieder über den Tisch gezogen werden.

Es ist bekannt, dass es in diesem Areal Milane, Fleder­mäuse und Schwarz­spechte gibt, außerdem sind selbst im Windener­gie­atlas BW angege­bene Werte sehr grenz­wertig. Es ist bekannt, dass der Windener­gie­atlas die Windhöf­fig­keit schönt, z.B. in Messkirch und in Gailingen sind Abwei­chungen nach unten von nahzu 40 % festge­stellt worden. Aller­dings wird die Windmes­sung bei der Abwägung der öffent­li­chen Belange nicht sehr ernst genommen. In Eschach wollte das Landratsamt Aalen die Geneh­mi­gung eines Windparks wegen zu wenig Wind ablehnen und forderte eine Windmes­sung. Herr Unter­steller hat daraufhin das Landratsamt per Weisung aufge­for­dert, den Windpark trotzdem zu geneh­migen. Begründet wurde dies mit einem vom TÜV Süd schön­ge­rech­neten Windgut­achten.  Die Stadt­werke Schorn­dorf messen den Wind mit einem nicht­zer­ti­fi­zierten Windmess­gerät Lidar, welches sie gemeinsam mit den Stadt­werken Fellbach für 180 000 Euro gekauft haben. 

Von den Bürgern wurde gefor­dert, dass die Messwerte monat­lich veröf­fent­licht werden; diese Forde­rung wurde bis jetzt nicht erfüllt. Man hört aller­dings inoffi­ziell aus dem Landratsamt, dass die Messergeb­nisse sehr grenz­wertig seien. Die Google Earth Simula­tion zeigt das ganze Ausmaß der Planung im Vereins­ge­biet von Verein Mensch Natur.

Die Aktion wurde gemeinsam vom Verein Mensch Natur und der BI Berken geplant und durch­ge­führt. Befreun­dete BI, die sich an diesem Diens­tag­nach­mittag Zeit nehmen konnten, haben die Aktion ebenfalls unter­stützt. Die Vernet­zung schreitet fort.

Persön­liche Eindrücke einer Vernunft­bür­gerin

Wäre die Veran­stal­tung am Samstag oder am späten Nachmittag gewesen, wären sicher­lich weitere BI dabei gewesen und viele betrof­fene Bürger mehr. Aber, wie sagte Herr OB Klopfers so schön, der Sektemp­fang war ja nicht für die Bürger bzw. BI gedacht. Sie wollten unter sich sein. Der Gesamt­ein­druck, den die Politiker hinter­lassen haben, war entsetz­lich. Es wurden Fakten geleugnet und die Ängste der Bürger ignoriert. Sprüche von Herrn Palmer: “Wenn Ihr keine Atomkraft wollt, müsst Ihr die Kröte schlu­cken, jetzt seid Ihr dran. Die an einem Atomkraft­werk wohnenden Bürger müssen dies auch aushalten.”

Die Rigoro­sität, mit der mit Bürger­rechten umgegangen wird, zeigt die Übergabe des Gestat­tungs­ver­trages ohne dass die vorge­la­gerten Geneh­mi­gungs­ver­fahren abgeschlossen wurden. Einige Bürger drückten dies so aus: »Wir haben keine Rechte mehr. Wir sind bereits in der ÖKO-Diktatur angekommen.«


Fazit für uns:

1. Grün wirkt. Und zwar tödlich. 

Bereits jetzt fordert die grün inspi­rierte Energie­po­litik einen hohen Blutzoll. 200.000 Vögel und Fleder­mäuse werden jetzt bereits pro Jahr von 24.000 deutschen Windkraft­an­lagen getötet, ganze Popula­tionen in ihrer Existenz bedroht. Ein Biodi­ver­si­täts­de­saster wird billi­gend in Kauf genommen. 

2. Protest wirkt. Und zwar vernünftig. 

VERNUNFTKRAFT. steht für den kriti­schen Dialog und den höfli­chen Austausch guter Argumente. Die Erfah­rung unserer Freunde in Baden-Württem­berg zeigt jedoch: Samthand­schuhe und leise Töne sind im direkten Umgang mit bornierten Ideologen nicht immer die erste Wahl. Manchmal muss man sich die Aufmerk­sam­keit mit lautem Protest erzwingen. Die Inter­essen von Mensch und Natur müssen unbedingt gehört werden. 


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In der Landes­schau des SWR wurde ebenfalls über die Begeg­nung berichtet:

SWR

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