München, Windlob­by­s­tärke 11

Die VERNUNFTKRAFThält.

Am 4. Juli 2014 fand im bayeri­schen Landtag eine für die Menschen und die Natur in ganz Deutsch­land sehr wichtige Sitzung statt:

Der Wirtschafts­aus­schuss des bayeri­schen Landtags debat­tierte über das Gesetz zur Einfüh­rung von Mindest­ab­ständen zwischen Windkraft­an­lagen und mensch­li­chen Wohnstätten, die sogenannte 10H-Regel.

Nachdem auf Bundes­ebene die Länder­öff­nungs­klausel beschlossen wurde, beabsich­tigt die bayeri­sche Staats­re­gie­rung nun, den erkämpften Spiel­raum zum Wohle der Menschen und der Natur nutzen. VERNUNFTKRAFThat dieses Geset­zes­vor­haben ausdrück­lich begrüßt und an mehreren Stellen konstruktiv begleitet.

Dass die Anhänger der Windkraft­in­dus­trie dieses Gesetz fürchten und unter allen Umständen verhin­dern möchten, kann inter­es­sierte Beobachter des Gesche­hens nicht verwun­dern. Bereits im Vorfeld machten die Vertreter der einschlä­gigen Parti­ku­lar­in­ter­essen massiv Stimmung gegen die Schutz­vor­schrift. Auch im bayeri­schen Landtag waren die Gegner des besseren Schutzes sehr deutlich in der Überzahl. Aber sie waren nicht unter sich:

Im Rahmen der Verbän­de­an­hö­rung erhielten auch wir die Gelegen­heit, die Gründe, die dieses Gesetz zwingend erfor­der­lich machen, vor dem Ausschuss darzu­legen.

Wir danken der bayeri­schen Staats­re­gie­rung ausdrück­lich für die Einbe­zie­hung.

10hby

Mit Klick auf den Text gelangen Sie zur vollstän­digen Mittei­lung des bayeri­schen Landtags.

Unser aller Dank gilt Dipl. Physiker Markus Pflitsch, der sich in einer mehr als vierstün­digen Sitzung der geballten Windlob­by­s­tärke aus– und sich erneut für die Menschen und die Natur eingesetzt hat. Nachdem er schon vor den Mitglie­dern des Bundes­tages für die Länder­öff­nungs­klausel geworben hatte, war es für ihn eine Ehren­sache, nun auch den Mitglie­dern des bayeri­schen Landtages die relevanten Argumente nahe zu bringen.

Diese sind in unserer Stellung­nahme gegen­über dem Bundestag gesam­melt. Die ökono­mi­schen, techni­schen und ökolo­gi­schen Argumente bleiben vollständig gültig. Die medizi­ni­schen Argumente sind mittler­weile auch durch das Bundes­um­weltamt (UBA) bestä­tigt worden. Dessen Machbar­keits­studie zu Wirkungen von Infra­schall, eine über drei Jahre währende Unter­su­chung, unter­streicht, dass Infra­schall eine Gefahr für die Gesund­heit der Menschen sein kann:

Zusam­men­fas­send kann gesagt werden, dass viele der negativen Auswir­kungen von Infra­schal­lein­wir­kungen die Bereiche Herz-Kreis­lauf­system, Konzen­tra­tion und Reakti­ons­zeit, Gleich­ge­wichts­or­gane, das Nerven­system und die auditiven Sinnes­or­gane betreffen. Probanden klagten häufig über Schwindel- und Unbehag­lich­keits­emp­fin­dungen bei Infra­schall­ex­po­si­tion.

Aus ihrer an diesem Tag an diesem Ort erlebten zahlen­mä­ßigen Überle­gen­heit schlossen die Gegner eines besseren Schutzes der Menschen, dass sie “einen 11:1 Sieg” errungen hätten. Hier ist dem Ausschuss­vor­sit­zenden, Herrn Erwin Huber, eindeutig zuzustimmen:

Jeder solle die Anhörung für sich selbst auswerten, forderte er alle Anwesenden auf. Das Leben und die Politik sind schwerer als ein Fußball­spiel.“

In diesem Zusam­men­hang möchten wir eine Litera­tur­emp­feh­lung geben:

dobelli

Das Buch zum Thema. Unten finden Sie den Klappen­text.

Unser Gehirn ist für ein Leben als Jäger und Sammler optimiert. Heute leben wir in einer radikal anderen Welt. Das führt zu syste­ma­ti­schen Denkfeh­lern – die verhee­rend sein können für Ihr Geld, Ihre Karriere, Ihr Glück. Wer weiß, wie leicht man sich irren kann, ist besser gewappnet: Rolf Dobelli nimmt die tückischsten “Denkfallen” unter die Lupe, in die wir immer wieder tappen. Und so erfahren wir,

  • warum wir unser eigenes Wissen syste­ma­tisch überschätzen (und andere für dümmer halten, als sie sind),
  • warum etwas nicht deshalb richtiger wird, weil Millionen von Menschen es für richtig halten,
  • warum wir Theorien nachhängen, selbst wenn sie nachweis­lich falsch sind.

Rolf Dobellis Texte sind nicht nur inhalt­lich ausge­spro­chen berei­chernd, sie sind ein echtes Lesever­gnügen.

Im Kapitel Confir­ma­tion Bias beschreibt der Autor genau die hier von den Freunden der Windkraft mit ihrem vermeint­li­chen “Kanter­sieg” herauf­be­schwo­rene Gefahr.

Wir freuen uns, dass Herr Huber diese erkannt hat und ermutigen auch alle anderen Parla­men­ta­rier zum klaren Denken.


In mittel­barem Zusam­men­hang mit der Debatte im bayeri­schen Landtag steht übrigens auch dieser Artikel in der Süddeut­schen Zeitung, der am Folgetag erschien:

feldheim sz

Mit einem Kick auf den Titel gelangen Sie zum bedingt lesens­werten Artikel.

Ein Bericht, der das branden­bur­gi­sche Feldheim als Muster­bei­spiel einer erfolg­rei­chen Energie­wende darstellt und in dessen Umfeld eine kontextual nicht vorhan­dene Verbin­dung zur Braun­kohle geschaffen wird, vermag durchaus den Eindruck einer Kampagne hervor­zu­rufen.

Wie es sich in Feldheim lebt, können Sie hier recher­chieren.

Warum die 10H-Regelung nicht nur den unsin­nigen Windkraft­ausbau, sondern auch die Braun­koh­le­bagger abbremsen kann, können Sie hier nachlesen.

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