Verlän­gerte Anfangs­ver­gü­tung

Betreiber von Windkraft­an­lagen erhalten für den in ihren Anlagen produ­zierten Strom feste Vergü­tungen. Und zwar ganz unabhängig davon, ob dieser gerade gebraucht wird oder nicht. Diese Festpreis- und Abnah­me­ga­rantie ist ein Kernbe­stand­teil der gegen­wär­tigen Förde­rung der Erneu­er­baren Energien.

 

Unver­nünf­tiges > Die Abnah­me­ga­rantie führt zu der paradoxen Situa­tion, dass die deutschen Strom­ver­brau­cher immer häufiger dafür zahlen, dass Strom nicht produ­ziert oder ins Ausland verschenkt wird. Mehr… Die Festpreise, insbe­son­dere deren intrans­pa­rente Ausge­stal­tung, bergen eine andere Absur­dität, die wir hier näher beleuchten wollen: Das vermeint­lich der Ökologie dienende Erneu­er­bare Energien Gesetz setzt Anreize zum Flächen­ver­brauch und zur Natur­zer­stö­rung.

 

Hinweis (2.6.15): Der nachfol­gende Text wurde im Jahr 2013 verfasst. Im Zuge der letzten EEG-“Reform” 2014 wurden die Vergü­tungs­sätze leicht gesenkt; die unten­ste­henden Zahlen sind somit nicht aktuell. Grund­le­gende Syste­matik – je schlechter der Standort, desto höher die Subven­tion pro erzeugter kWh – besteht jedoch nach wie vor. Aus §29 wurde §49, das Prinzip blieb bestehen und soll gemäß Wunsch­vor­stel­lung grüner Minister noch verstärkt werden. Eine Aktua­li­sie­rung finden Sie hier

 

 

Paragraph 29 Abs. 2 EEG 


Die relevante Vorschrift ist Paragraph 29 Abs. 2 EEG.

Sie lautet:

  § 29 Windenergie

(1) Für Strom aus Windener­gie­an­lagen beträgt die Vergü­tung 4,87 Cent pro Kilowatt­stunde (Grund­ver­gü­tung).

(2) Abwei­chend von Absatz 1 beträgt die Vergü­tung in den ersten fünf Jahren ab der Inbetrieb­nahme der Anlage 8,93 Cent pro Kilowatt­stunde (Anfangs­ver­gü­tung). Diese Frist verlän­gert sich um zwei Monate je 0,75 Prozent des Referen­zer­trags, um den der Ertrag der Anlage 150 Prozent des Referen­zer­trags unter­schreitet. Referen­zer­trag ist der errech­nete Ertrag der Referenz­an­lage nach Maßgabe der Anlage 3 zu diesem Gesetz. Die Anfangs­ver­gü­tung erhöht sich für Strom aus Windener­gie­an­lagen, die vor dem 1. Januar 2015 in Betrieb genommen worden sind, um 0,48 Cent pro Kilowatt­stunde (System­dienst­leis­tungs-Bonus), wenn sie ab dem Zeitpunkt der Inbetrieb­nahme die Anfor­de­rungen nach § 6 Absatz 5 nachweis­lich erfüllen.

 

Um diesen Text zu verstehen, muss man sich zunächst die Begriffe „System­dienst­leis­tungs­bonus“ und „Referen­zer­trag“ erschließen.

  • SDL-Bonus und Referen­zer­trag

Der sogenannte SDL-Bonus ist eine Prämie für die Erfül­lung techni­scher Mindest­an­for­de­rungen, die dem Schutz des Strom­netzes dienen. Stark verein­facht kann man dies als Beloh­nung für den Einbau eines Abschalt­knopfes auffassen. Dieser SDL-Bonus wird allen gegen­wärtig geplanten Anlagen gewährt.

Kompli­zierter und für unser Thema relevanter ist das Konzept des Referen­zer­trags. In der nicht gerade intuitiv verständ­li­chen Anlage 3 zum Erneu­er­baren Energien Gesetz ist dieser wie folgt definiert:

  1. Eine Referenz­an­lage ist eine Windener­gie­an­lage eines bestimmten Typs, für die sich entspre­chend ihrer von einer dazu berech­tigten Insti­tu­tion vermes­senen Leistungs­kenn­linie, an dem Referenz­standort ein Ertrag in Höhe des Referen­zer­trages errechnet.2. Der Referen­zer­trag ist die für jeden Typ einer Windener­gie­an­lage einschließ­lich der jewei­ligen Naben­höhe bestimmte Strom­menge, die dieser Typ bei Errich­tung an dem Referenz­standort rechne­risch auf Basis einer vermes­senen Leistungs­kenn­linie in fünf Betriebs­jahren erbringen würde. Der Referen­zer­trag ist nach den allge­mein anerkannten Regeln der Technik zu ermit­teln; die Einhal­tung der allge­mein anerkannten Regeln der Technik wird vermutet, wenn die Verfahren, Grund­lagen und Rechen­me­thoden verwendet worden sind, die enthalten sind in den Techni­schen Richt­li­nien für Windener­gie­an­lagen, Teil 5, in der zum Zeitpunkt der Ermitt­lung des Referen­zer­trags geltenden Fassung der Förder­ge­sell­schaft Windenergie e. V. (FGW) 1).3. Der Typ einer Windener­gie­an­lage ist bestimmt durch die Typen­be­zeich­nung, die Rotor­kreis­fläche, die Nennleis­tung und die Naben­höhe gemäß den Angaben des Herstel­lers.

4. Der Referenz­standort ist ein Standort, der bestimmt wird durch eine Rayleigh-Vertei­lung mit einer mittleren Jahres­wind­ge­schwin­dig­keit von 5,5 Metern je Sekunde in einer Höhe von 30 Metern über dem Grund, einem logarith­mi­schen Höhen­profil und einer Rauhig­keits­länge von 0,1 Metern.

5. Die Leistungs­kenn­linie ist der für jeden Typ einer Windener­gie­an­lage ermit­telte Zusam­men­hang zwischen Windge­schwin­dig­keit und Leistungs­ab­gabe unabhängig von der Naben­höhe. Die Leistungs­kenn­linie ist nach den allge­mein anerkannten Regeln der Technik zu ermit­teln; die Einhal­tung der allge­mein anerkannten Regeln der Technik wird vermutet, wenn die Verfahren, Grund­lagen und Rechen­me­thoden verwendet worden sind, die enthalten sind in den Techni­schen Richt­li­nien für Windener­gie­an­lagen, Teil 2, der Förder­ge­sell­schaft Windenergie e. V. (FGW) 1) in der zum Zeitpunkt der Ermitt­lung des Referen­zer­trages geltenden Fassung. Soweit die Leistungs­kenn­linie nach einem vergleich­baren Verfahren vor dem 1. Januar 2000 ermit­telt wurde, kann diese anstelle der nach Satz 2 ermit­telten Leistungs­kenn­linie heran­ge­zogen werden, soweit im Geltungs­be­reich dieses Gesetzes nach dem 31. Dezember 2001 nicht mehr mit der Errich­tung von Anlagen des Typs begonnen wird, für den sie gelten.

6. (aufge­hoben)

7. Zur Vermes­sung der Leistungs­kenn­li­nien nach Nummer 5 und zur Berech­nung der Referen­zer­träge von Anlagen­typen am Referenz­standort nach Nummer 2 sind für die Zwecke dieses Gesetzes die Insti­tu­tionen berech­tigt, die entspre­chend der techni­schen Richt­linie Allge­meine Anfor­de­rungen an die Kompe­tenz von Prüf- und Kalibrier­la­bo­ra­to­rien (DIN EN ISO/IEC 17025), Ausgabe April 2000 2), entspre­chend von einer staat­lich anerkannten oder unter Betei­li­gung staat­li­cher Stellen evalu­ierten Akkre­di­tie­rungs­stelle akkre­di­tiert sind.8. Bei der Anwen­dung des Referen­zer­trages zur Bestim­mung des verlän­gerten Zeitraums der Anfangs­ver­gü­tung ist die instal­lierte Leistung zu berück­sich­tigen, höchs­tens jedoch dieje­nige Leistung, die die Anlage aus geneh­mi­gungs­recht­li­chen Gründen nach dem Bundes-Immis­si­ons­schutz­ge­setz maximal erbringen darf. Tempo­räre Leistungs­re­du­zie­rungen insbe­son­dere auf Grund einer Regelung der Anlage nach § 11 sind nicht zu berück­sich­tigen.

 

Im Klartext:

Der ominöse Referen­zer­trag ist eine am Schreib­tisch definierte, von techni­schen Parame­tern abhän­gige Erwar­tungs­größe.

Sie gibt für jeden auf dem Markt befind­li­chen Anlagentyp an, mit wieviel Strom­erzeu­gung inner­halb von 5 Jahren unter bestimmten normierten Bedin­gungen zu rechnen ist.

Wie alle ratio­nalen Inves­toren, errichten Windpark­be­treiber ihre Anlagen nicht aus misan­thro­pi­schen oder ideellen Motiven, nicht um die Welt zu retten oder zu verschö­nern, sondern in erste Linie mit dem Ziel, eine positive und möglichst hohe Rendite auf das einge­setzte Kapital zu erzielen.

Um kalku­lieren zu können, ob sich eine solche Inves­ti­tion lohnt, müssen Windpark­be­treiber also abschätzen, welche Vergü­tungs­summe – sprich welches Subven­ti­ons­vo­lumen – sie mit ihren Anlagen über den Kalku­la­ti­ons­zeit­raum von 20 Jahren erzielen können.

Dafür ist der zu erwar­tende Produk­ti­ons­er­trag (Strom­menge x Vergü­tungs­satz) entschei­dend.

Die zu erwar­tende Strom­menge wird von der Windstärke und –regel­mä­ßig­keit sowie topogra­fi­schen und techni­schen Gegeben­heiten bestimmt.

In einem halbwegs markt­wirt­schaft­li­chen System wäre davon auszu­gehen, dass Anlagen an solchen Stand­orten errichtet werden, die hinsicht­lich dieser Krite­rien – im Wesent­li­chen hinsicht­lich Stärke und Verläss­lich­keit des Windes – optimal sind.

Dank EEG ist dies nicht unbedingt so, denn der zweite Faktor, der Vergü­tungs­satz ist nicht konstant.

Die durch­schnitt­liche Vergü­tung pro kWh ist über die der Kalku­la­tion zugrunde liegenden 20 Jahre dort am höchsten, wo die Bedin­gungen zur Windstrom­pro­duk­tion am schlech­testen sind.

Die Textauf­gabe des § 29 Abs. 2 EEG lässt sich in Formeln ausdrü­cken:

  (1) tA = [5a + 1/6a (1,5 – EE/RE) x 100/0,75]
     
  (2) SD = [(A+SDL) x (tA) + G x (20a – tA)] /20a

mit

tA : Zeitraum, über den die Anfangs­ver­gü­tung gewährt wird.

A: Anfangs­ver­gü­tung (Cent/kWh)

SDL: System­dienst­leis­tungs­bonus

G: Grund­ver­gü­tung (Cent/kWh)

a: Jahr

EE: erwar­teter Ertrag (kWh)

RE: Referen­zer­trag (kWh)

SD: durch­schnitt­liche Subven­tion über die 20 Jahre (Cent/kWh)

Das Verhältnis EE/RE lässt sich für unter­schied­liche Regionen anhand von Daten des deutschen Wetter­dienstes taxieren.

Laut deutschem Wetter­dienst gelten Stand­orte mit zu erwar­tenden Erträgen von über 100% des Referen­zer­trags als für die Windkraft­nut­zung gut geeignet.

Stand­orte mit zu erwar­tenden Erträgen von 85 – 100 % des Referen­zer­trags gelten als für die Windkraft­nut­zung mäßig geeignet.

Stand­orte mit zu erwar­tenden Erträgen von unter 85% des Referen­zer­trags gelten als für die Windkraft­nut­zung schlecht geeignet.

Nun ergibt sich gemäß Art. 29 Abs. 2 EEG bzw. obigen Formeln für Windin­dus­trie­an­lagen diese Vergü­tungs­struktur:

Erwar­teter Ertrag in % des Referen­zer­trags Eignung des Stand­orts nach deutschem Wetter­dienst Durch­schnitt­liche Subven­tion pro kWh über 20 Jahre
130 gut 7,01
120 7,52
110 8,02
100 mäßig 8,53
90 9,03
80 schlecht 9,41
70 9,41
60 9,41

Die Subven­tio­nie­rung pro Kilowatt­stunde ist demnach an schlechten Stand­orten deutlich höher als an vergleichs­weise guten Stand­orten.

Wenn man noch den zeitli­chen Verlauf der Zahlungs­ströme berück­sich­tigt und entspre­chende Diskon­tie­rungen vornimmt, frühe Zahlungen also höher gewichtet, wird diese Verzer­rung noch stärker. Der Einfach­heit halber abstra­hieren wir davon.

Für eine Anlage mit einem unter­stellten energe­ti­schen Fünfjah­res­er­trag von 24.000.000 kWh ergibt sich in Abhän­gig­keit von der Stand­ort­wahl diese monetäre Ertrags­struktur:

Beispielrechnung verl anfangsvergütung

 

Wenn man berück­sich­tigt, dass zu diesem “Preis­ef­fekt” der Subven­tion pro kWh noch ein “Mengen­ef­fekt” hinzu­kommt – derge­stalt, dass der energe­ti­sche Fünfjah­res­er­trag je nach Stand­ort­güte unter­schied­lich ist – ergibt sich dieses Bild: 

verl anf

Die gestri­chelte Linie unter­stellt, dass die beson­dere Absur­dität nicht existiert, jede kWh also gleich stark subven­tio­niert wird. Die Vorschrift § 29 (a) bewirkt die Konve­xität der durch­ge­zo­genen Linie.

Unsere Berech­nungen können Sie anhand dieser Excel-Tabelle nachvoll­ziehen.

Zwischen­fazit: Paragraph 29 Abs. 2 EEG erhöht die betriebs­wirt­schaft­liche Renta­bi­lität volks­wirt­schaft­lich beson­ders unsin­niger Inves­ti­tionen gegen­über der betriebs­wirt­schaft­li­chen Renta­bi­lität volks­wirt­schaft­lich etwas weniger unsin­niger Inves­ti­tionen.

Der deutsche Wetter­dienst stellt Karten bereit, auf der die Windkraft­eig­nung gemäß der oben definierten Schwel­len­werte einge­zeichnet ist.

DeutschlandDiese Karte können Sie hier vergrö­ßert betrachten.

Demnach sind die 3100 Windkraft­an­lagen im Land des Leitsterns in Sachen Erneu­er­bare Energien allesamt an mäßig bis schlecht geeig­neten Stand­orten errichtet. Ihre einzel­wirt­schaft­liche Renta­bi­lität hängt damit unmit­telbar an dieser Vorschrift.

Die flächen­de­ckenden Ansamm­lungen von Windkraft­an­lagen im südli­chen Sachsen-Anhalt, um die Gegend von Halle herum, befinden sich demnach allesamt an schlechten Stand­orten. Der subjek­tive Eindruck, dass diese Anlagen meistens still­stehen, trügt nicht.

Recht wider­sinnig erscheinen auch die Ausbau­pläne für die Windenergie im Land Hessen. Siehe hier die entspre­chende Karte.

Beispiels­weise ist der Werra-Meissner-Kreis – völlig unabhängig von der wertvollen Natur und seiner Eigen­schaft als Hot-Spot der biolo­gi­schen Vielfalt – allein aufgrund dieser meteo­ro­lo­gi­schen Faktoren nahezu in Gänze ungeeignet zur Ansied­lung von Windkraft­in­dus­trie. Dass die dortigen ökolo­gi­schen Himmels­fahrt­s­pro­jekte dennoch einzel­wirt­schaft­lich lukrativ sind, hängt einzig und allein an der gut versteckten Absur­dität des § 29 Abs. 2 EEG. Gleiches gilt für den Reinhards­wald. Ausge­rechnet die rote Ecke am obersten Zipfel links der Weser soll als Standort für 70 Windin­dus­trie­an­lagen herhalten. Ein märchen­hafter Wald, das Schatz­haus der europäi­schen Wälder, soll dafür zerstört werden. Ähnli­ches gilt für den Taunus­kamm bei Wiesbaden und für viele der jetzt zur Dispo­si­tion stehenden Natur- und Kultur­räume in unserem Land.

Sie können hier nachsehen, wie es sich mit der Windkraft­eig­nung der bei Ihnen gefähr­deten Gebiete verhält. Sofern es sich um ein rot einge­zeich­netes Gebiet handelt, können Sie davon ausgehen, dass § 29 Abs. 2 EEG eine, wenn nicht die wesent­liche Bedro­hung für die Natur bei Ihnen vor Ort darstellt.

Subven­tio­nie­rung als Trieb­feder


Die zentrale Trieb­feder hinter der ökolo­gi­schen und ökono­mi­schen Unver­nunft ist ein Subven­ti­ons­system, das beson­ders unsin­nige Inves­ti­tionen mit beson­ders hohen Subven­tionen belohnt.

Dabei kann sich lukra­tiver Unsinn nicht nur in der Wahl des Stand­orts, sondern auch in der Dimen­sio­nie­rung von Anlagen ausdrü­cken:

Eine überdi­men­sio­nierte Anlage lohnt sich unter den in obiger Tabelle ables­baren Umständen eher, als eine kleinere, aber besser ausge­las­tete und somit in energe­ti­scher Hinsicht adäquater dimen­sio­nierte Alter­na­tive. Eine überdi­men­sio­nierte Anlage bietet die Gewähr, unter der magischen Schwelle von 82,5% des Referen­zer­trags zu bleiben und so in den vollen Genuss der verlän­gerten Anfangs­ver­gü­tung zu kommen. Eine richtig dimen­sio­nierte Anlage ist aus Sicht des Projek­tie­rers riskant bzw. subop­timal. Das für die Windkraft struk­tu­relle Missver­hältnis zwischen Kapazität und Leistung wird durch die Vorschrift des § 29 (2) EEG also noch künst­lich verstärkt.

Damit keine Missver­ständ­nisse aufkommen: 

Wir wollen mit diesen Überle­gungen nicht dem weiteren zügel­losen Ausbau der Windkraft im bereits sehr stark gebeu­telten Nordens unseres Landes das Wort reden.

Wir wollen ledig­lich darauf hinweisen, dass dieses an sich unsin­nige Subven­ti­ons­system auch in sich hochgradig irrational ist und dass diese interne Irratio­na­lität die zentrale Ursache ökolo­gi­schen Frevels ist.

Wenn man Windkraft überhaupt weiter ausbauen will, so sollte dies zumin­dest auf eine ökono­misch halbwegs ratio­nale Weise erfolgen. Sei es, dass vergleichs­weise gute Stand­orte stärker genutzt (Re-Powering) werden oder neue Techno­lo­gien zum Einsatz kommen.

Eine ökono­misch sinnvol­lere (bzw. weniger ausge­prägt sinnlose) Nutzung würde gegen­über dem Status Quo Ressourcen freisetzen, die es erlauben, Natur­schutz­be­lange stärker zu berück­sich­tigen.

Ein Quoten­mo­dell würde jeden­falls diesem tabel­la­risch dokumen­tierten Unsinn ein sofor­tiges Ende bereiten.

Solange das EEG und insbe­son­dere dessen § 29 Abs. 2 Bestand haben, haben Lokal- und Landes­po­li­tiker alle Anreize, insbe­son­dere die tiefroten und ungeeig­neten Flächen zur Ansied­lung von Windkraft­in­dus­trie heran­zu­ziehen.

Alle Anlagen, die unter diesen gesetz­li­chen Bedin­gungen ans Netz gehen, bescheren den Betrei­bern auf 20 Jahre fest kalku­lier­bare Einnahmen.

Kein Wunder, dass dies bei klammen Kommunen Begehr­lich­keiten weckt.

Nahelie­gend, dass sich kommu­nale Unter­nehmen zusam­men­schließen, um beispiels­weise als “Stadt­werke Union” die Anfangs­in­ves­ti­tion stemmen und den dank Subven­tion renta­blen Raubbau an der Natur finan­zieren zu können.


Zu beobachten ist ein Subven­ti­ons­wett­lauf zulasten der Allge­mein­heit und der Natur.


Hinter diesem zerstö­re­ri­schen Wettlauf steht im Wesent­li­chen die abstruse Arith­metik dieser unschein­baren Vorschrift.

Wie sensitiv die derzei­tigen völlig unkoor­di­nierten Ausbau­pläne der Bundes­länder bezüg­lich kleinster Änderungen an dieser Arith­metik sind, verdeut­licht die Aussage des Chef-Lobby­isten des Energie­ver­sor­gungs­un­ter­nehmen Green­peace Energy:

Wenn die von BM Dr. Rösler und BM Altmaier venti­lierten Pläne („Strom­preis­bremse“) umgesetzt würden, würde südlich von Hannover kein Windrad mehr gebaut, lautet dessen als düstere Prophe­zeiung inten­dierte Prognose. Sie können das hier hören.

Ein Brand­brief der Windener­gie­branche, demzu­folge dieselben Kürzungs­pläne 80% aller in Nordrhein-Westfalen geplanten neuen Windpark­pro­jekte akut gefährden, ist hier zu lesen und deutet in dieselbe Richtung.

Fazit

Unsere als Hoffnungs­schimmer inten­dierte These:

Wenn die Absur­dität des Paragra­phen § 29 Abs. 2 besei­tigt würde, würde nirgendwo mehr ein weiteres volks­wirt­schaft­lich nutzloses Windrad gebaut. Allen­falls würden bestehende Anlagen an den „guten“ Stand­orten durch leistungs­fä­hi­gere ersetzt.

Die Natur, die Menschen und die Wirtschaft könnten aufatmen.

Für uns klingt das nach Nachhal­tig­keit.

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