Das Bundes­kar­tellamt will den Seeadler schützen

Im Handels­blatt (online) vom 24. Juli 2013 meldet  Andreas Mundt, der Chef des Bundes­kar­tell­amts, grund­le­genden Reform­be­darf beim Erneu­er­bare Energien Gesetz an. Das Gesetz habe mit Wettbe­werb nichts zu tun. Seine Forde­rung: Anlagen­be­treiber sollen verpflichtet werden, den von ihnen produ­zierten Strom selbst zu vermarkten. Mehr…

Mit dieser Forde­rung kommt Herr Mundt nicht nur seiner Aufgabe als Hüter des Wettbe­werbs nach. Er wird damit auch indirekt zum Hüter des Natur­schutzes und ganz konkret zum Schutz­pa­tron des Seead­lers.

Das als wettbe­werbs­widrig erkannte Gesetz ist nämlich die treibende finan­zi­elle Kraft, die dafür sorgt, dass in Schleswig-Holstein der Schutz dieser bedrohten Spezies stark zurück­ge­fahren wurde. Um noch mehr Windkraft­an­lagen (alias irratio­nale Sakral­bauten) errichten zu können, wurden die Schutz­zonen um die Horste des Seead­lers gerade stark einge­schränkt. Siehe dazu auch unsere Inter­ven­tion.

Ohne Rücksicht auf Mensch und Natur und ohne jedwede Berück­sich­ti­gung der volks­wirt­schaft­li­chen Sinnhaf­tig­keit, möglichst schnell möglichst viele neue Windkraft­an­lagen zu errichten, entspricht der ökolo­gisch und ökono­misch absurden Logik, die dem Erneu­er­bare Energien Gesetzes inhärent ist.

Der Einspei­se­vor­rang und die auf 20 Jahre fest garan­tierten Vergü­tungen lassen bei prospek­tiven Profi­teuren und ihren Handlan­gern alle Hemmungen fallen. Bei rund 40.000 Euro garan­tierten Pacht­ein­nahmen pro Jahr und Anlage bleibt der Natur- und Arten­schutz regel­mäßig auf der Strecke. 

Wenn diese Kernbe­stand­teile des EEG entfielen und die Windkraft­pro­jek­tierer gezwungen wären, die Markt­gän­gig­keit ihres Zufalls­pro­duktes mitzu­denken, wäre diesem zerstö­re­ri­schen Subven­ti­ons­wett­lauf ein gutes Stück weit die Grund­lage entzogen. 

Auf den neu ausge­wiesen Windkraft­eig­nungs­flä­chen im Revier des Seead­lers würden vermut­lich niemals die tödli­chen Anlagen gebaut werden – diese würden sich schlicht nicht mehr lohnen.

Sofern der Teufel nicht mit dem Beelzebub ausge­trieben wird und andere Systeme der künst­li­chen Schaf­fung von Renta­bi­lität – sprich: der indirekten Subven­tio­nie­rung- instal­liert werden, würde nirgendwo mehr eine Windkraft­an­lage errichtet werden.

Die Seeadler könnten fried­lich ihre Kreise ziehen.

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