Lasst den Wald wie er ist

Unter diesem Motto versam­mel­ten sich am 28. Februar 2015 rund 800 (!) Vernünft­bür­ger aus Hessen in der Barock­stadt Fulda. Ein erster bebil­der­ten Bericht war bereits am selben Tag in den Osthes­sen-News zu lesen:

Osthessen-News

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Eindeu­tig in die falsche Rubrik ist jeden­falls dieser unmit­tel­bar nach der Veran­stal­tung erstellte Beitrag der Osthes­sen-Zeitung einge­ord­net:

Osthessen-Zeitung

Lokales?” – Mitnich­ten. Die sinnlose Natur­zer­stö­rung betrifft uns alle.

Mitnich­ten handelt es sich bei den irrsin­ni­gen Vorgän­gen, die in Fulda bei schöns­ter Vorfrüh­lings­sonne und zuvor in Freien­steinau bei fiesem Frühherbst­re­gen kriti­siert wurden, um “Lokales”.

Nein, diese Themen gehen uns alle an. Genauso wie der Vogels­berg

In diesem Sinne: Danke, Ihr Hessen! 

Unser Dank gebührt ebenfalls Herrn Dr. Volker Nies, der für die Fuldaer Zeitung vor Ort war. Sein Kommen­tar wird der akuten Stimmung und der grund­sätz­li­chen Situa­tion vollstän­dig gerecht:

Nicht Wutbür­ger, nicht Technik-Verwei­ge­rer, nicht Vorgar­ten-Vertei­di­ger sind in Fulda auf die Straße gegan­gen. Protes­tiert hat die Mitte der Gesell­schaft. Für viele Teilneh­mer war es das erste Mal, dass sie demons­trier­ten…

Der Fuldaer Zeitung danken wir für die freund­li­che Geneh­mi­gung des Abdrucks.

Fuldaer Zeitung vollständig

Mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Fuldaer Zeitung.

Der grund­le­gende Sinn der Veran­stal­tung wurde in der Lauba­cher Zeitung ebenfalls erfasst:

LAZ

Auszug aus der Lauter­ba­cher Zeitung vom 2. März 2015

So erlebte ein VERNUNFTKRAFT. -Mitglied aus Lauter­bach den Tag:

 

von Hermann Dirr

Der neu gegrün­dete Regio­nal­ver­band Vernunft­kraft Osthes­sen, der sich aus 29 osthes­si­schen Bürger­initia­ti­ven zusam­men­setzt, hatte am 28. Februar zur Demons­tra­tion nach Fulda gerufen und rund 800 Menschen, die nicht damit einver­stan­den sind, dass Natur und Landschaft durch den Bau tausen­der Windin­dus­trie­an­la­gen zerstört werden, folgten der Einla­dung in die schmu­cke Barock­stadt. Schließ­lich war der Windwahn­sinn dort akut zum Greifen nahe.

Am 24. Februar, also nur wenige Tage zuvor, war „unrühm­li­ches Agieren“ von Windkraft­pro­jek­tie­ren voraus­ge­gan­gen: Im Raum Hofbie­ber hatte man in aller Schnelle in der Nacht mit einer groß angeleg­ten Waldro­dung auf der Rotlö­wen­kuppe begon­nen, um schnell noch Platz für Subven­tio­nen generie­rende Windin­dus­trie­an­la­gen zu schaf­fen. Doch kaum hatte die Bevöl­ke­rung von der einset­zen­den Rodungs­ak­tion Wind bekom­men, machten sich einige Hundert von ihnen auf den Weg in den Wald, um Schlim­me­res zu verhin­dern. Gleich­zei­tig beantragte Reinhard Kolb von der Hessi­schen Gesell­schaft für Ornitho­lo­gie und Natur­schutz (HGON) beim Verwal­tungs­ge­richt in Kassel, einen Rodungs­stopp zu errei­chen.

Noch bevor die Vernunft­bür­ger in Beglei­tung des Dammers­ba­cher Ortsvor­ste­hers Siegfried Bug auf der “Baustelle” ankamen, lag der Gerichts­ent­scheid vor. Denn, so Gerichts­spre­cher Matthias Spill­ner, die Klage erschiene nicht gänzlich aussichts­los. Zugleich würde die Rodung unumkehr­bare Fakten schaf­fen, schrieb die Fuldaer Zeitung. Dem anschlie­ßen­den Einspruch der Firma Abo-Wind gab das Gericht nicht statt. Der Baustopp bleibt also bis zur endgül­ti­gen gericht­li­chen Klärung bestehen. Die Fuldaer Zeitung berich­tete.

Durch diese Nacht-und-Nebel-Aktion waren die Bürger, die sich um den Erhalt ihrer Landschaf­ten und der Natur in Osthes­sen sorgten, natur­ge­mäß sehr stark emotio­nal betrof­fen und entspre­chend mobili­siert.

Aber nicht nur Osthes­sen folgten dem Aufruf zur Demons­tra­tion – auch aus den anderen Landes­tei­len und sogar aus Bayern, Rhein­land-Pfalz und  Nieder­sach­sen kamen Menschen zur Unter­stüt­zung angereist.

Nach ein paar bewegen­den einfüh­ren­den Worten von Jörg Clar (BI jetzt-langt-es) und Gunther Rose (BI Windstille Neuhof) zogen die Demons­tran­ten durch Fulda zum Verwal­tungs­sitz der Rhönener­gie. Dieser Energie­ver­sor­ger ist mitver­ant­wort­lich dafür, dass im Namen der vermeint­li­chen Abwen­dung einer Klima­ka­ta­stro­phe unsere Natur mit Windin­dus­trie­an­la­gen zerstört wird. Mit Gunter Rose hatten die Vernunft­bür­ger einen hervor­ra­gen­den Stimmungs­ma­cher und Taktge­ber gefun­den. Immer wieder stimmte er beim Zug durch die Stadt altbe­kannte Weisen an, denen er mit kriti­schen Texten zu neuem Leben verhalf. Vor dem Verwal­tungs­ge­bäude der in Osthes­sen alles zerstö­ren­den Rhönener­gie endete der Demons­tra­ti­ons­zug mit einer Kundge­bung.

Redner Mario Klotz­sche (FDP-Kreis­frak­ti­ons­chef) infor­mierte die Bürger, dass im Landkreis Fulda 3000 Hektar Vorrang­flä­che für Windin­dus­trie geplant seien. Den Verant­wort­li­chen im Landtag hielt er vor, Bürger­dia­loge mit der Ketten­säge zu führen.

Dr.-Ing. Detlef Ahlborn, Ingenieur  und stell­ver­tre­ten­der Vorsit­zen­der  des Landes­ver­ban­des Vernunft­kraft Hessen, machte mit markan­ten Worten auf die Unsin­nig­keit der Windin­dus­trie­an­la­gen aufmerk­sam:

Es sollte jedem Politi­ker klar sein, dass diese Windrä­der ohne Wind keinen Strom liefern. Wer den Bürgern weiß machen will, dass Windrä­der sound­so­viel Haushalte mit Strom versor­gen würden, der befin­det sich in bester Gesell­schaft der Bürger einer bekann­ten deutschen Klein­stadt, die das Licht mit Säcken ins Rathaus getra­gen haben.“  Für Minis­ter Tarek Al Wazir hatte Ahlborn eine Karrie­re­emp­feh­lung: er möge sich als „Energie­de­zer­nent in Schilda“ bewer­ben.

Gunter Rose forderte den Minis­ter­prä­si­den­ten Volker Bouffier zu einem Morato­rium bei der Windkraft auf. Zudem sei die baurecht­li­che Privi­le­gie­rung der Windkraft aufzu­he­ben.

Renè Rock, energie­po­li­ti­scher Sprecher der FDP, sagte den versam­mel­ten Menschen, er habe neben viel Zorn und Wut auch die unabweis­bar vernünf­ti­gen Argumente und Anlie­gen der Bürger in sich aufge­nom­men und versprach den Demons­tran­ten, ihre Stimme nach Wiesba­den in den Landtag zu tragen.

 

Danke, Hermann Dirr.

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