Gehen für die Wiese

Fünf Monate nachdem die Vernunft­bür­ger­schaft aus dem mecklen­bur­gi­schen Ferdi­nandshof ihre erste Mahnwache abhielt, setzte sich der seither weitere 19 Male still(stehend) artiku­lierte Protest am 5. Juni 2019 erstmals in Gang.  Angelika Janz berichtet: 

   

–Text und Bilder von Angelika Janz–

Nach 20 Mahnwa­chen:

Protest­gang für Arten­schutz  aus Verbun­den­heit zur “Wiese”

 

Ferdi­nandshof

Arten­schutz ist in diesen Tagen eine nicht mehr wegzu­den­kende Forde­rung gegen den unkon­trol­lierten Raubbau an der Natur vor allem im ländli­chen Raum – Folge eines maßlosen Energie­kon­sums vor allem in den Metro­polen. Dafür setzen sich seine Bewohner – entgegen der allmäh­lich erst aufwa­chenden Politik – schon viele Jahre ein. Rund 100 besorgte Bürger aus Ferdi­nandshof und den umlie­genden Dörfern trafen am letzten vorsom­mer­lich warmen Samstag zu einem polizei­lich angemel­deten Protest­marsch zwischen dem Netto­park­platz und der Tankstelle am Abzweig Anklam auf der 109 zusammen. Für die Dauer von ca. 30 Minuten wurde die 109 für ihren Protest­marsch gesperrt. Initi­iert wurde diese von phanta­sie­vollen Plakaten, Bannern und Aufrufen zum Arten­schutz in der Region beglei­tete Aktion von der Bürger­in­itiiative “Freie Fried­länder Wiese”. Bei der anschlie­ßenden Mahnwache wurden die Bürger jeden Alters von den meisten vorbei­fah­renden PKWs mit Solida­ri­täts­be­kun­dungen bestärkt, “weiter­zu­ma­chen”. Aus gutem Grund:  An nur einem Nachmittag wurden im geplanten und mittler­weile bereits erwei­tertem Windeig­nungs­ge­biet vor den Toren von Ferdi­nandshof neben den zahlrei­chen bekannten Singvö­geln 52 Silber- und Graureiher, 6 Mäuse­bus­sarde, 6 Rotmi­lane, 4 Turmfalken, 1 Rohrweihe gezählt. Regel­mäßig finden seitens der Bürger, durch die Deutsche Wildtier­stif­tung und durch erfah­rene Ornitho­logen wie Klaus Dieter Stege­mann seit vielen Jahren Zählungen und Karto­gra­fie­rungen statt, die den zustän­digen Behörden gemeldet werden.  Obwohl die Gemeinden Altwigs­hagen und Ferdi­nandshof  die Pläne der Firma ENERTRAG in ihren Gemein­de­ver­tre­ter­sit­zungen einstimmig abgelehnt hatten, halten Landes­po­litik und Wirtschaft an den natur­zer­stö­renden Plänen fest. 

Eine demokra­ti­sche Aktion der Natur­freunde der Region auf eine gefühlt undemo­kra­tisch ablau­fende Planung aufmerksam zu machen, die über die Köpfe der Menschen hinweg unumkehr­bare Eingriffe in die Biodi­ver­sität der Fried­länder großen Wiese vorzu­nehmen beabsich­tigt. Der respekt­lose Umgang mit den Resourcen der Natur zeigt sich beispiel­haft auch im gegen­wär­tigen Umgang mit ihr: So wurden kürzlich die Wiesen im Umfeld von Ferdi­nandshof im wahrsten Sinne platt gewalzt –  im vollen Wissen der Betreiber um die zahlrei­chen saiso­nalen Boden­brüter – ein unersetz­li­cher Verlust, der entgegen der “landläu­figen” Argumen­ta­tion an anderer Stelle keinen Ausgleich mehr finden wird. Arten­schutz ist auch Menschen­schutz, so argumen­tierte eine der Teilneh­me­rinnen, die am Morgen des Herren­tages auf ihrem Rad nach Heinrichsruh die volle Ladung Glyphosat abbekam und noch tagelang mit starker Luftnot zu kämpfen hatte. Diese Schutz­lo­sig­keit wider Willen bei Mensch und Kreatur, so die Betrof­fene, zeige sich seit Langem als Absicht einer Entwer­tung des ländli­chen Raumes. Die meisten Teilnehmer bestä­tigten, dass sie sich zusammen mit dem NaBu und der Deutschen Wildtier­stif­tung dem Klageweg im Falle einer Bebauung anschließen werden. 

Bereits seit nunmehr 20 Wochen treffen sich an die 50–80 Bürger bei jedem Wetter von 10.00 – 11.00 Uhr an der B109, um ihre Verbun­den­heit mit der Natur und “ihrer Wiese” zu bekräf­tigen.

  

   

VERNUNFTKRAFT. dankt den Engagierten. Möge ihr Gang das mensch- und natur­freund­liche Ziel errei­chen.

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