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Das Problem

In Deutsch­land sind zahllose Windkraft­an­lagen allein auf der Grund­lage von Windgut­achten geneh­migt und gebaut worden. Diese Windgut­achten beruhten in aller Regel auf Compu­ter­si­mu­la­tionen und wurden aus den Windver­hält­nissen an anderen Stand­orten in der näheren Umgebung hochge­rechnet. Diese Berech­nungs­me­thode ist mit großen Unsicher­heiten behaftet. Aus physi­ka­li­schen Gründen sind die Energie­er­träge aus Windkraft­an­lagen abhängig von der dritten Potenz der mittleren Windge­schwin­dig­keit. Das hat zur Folge, dass ein Fehler von 10% bei der gutach­ter­lich berech­neten Windge­schwin­dig­keit einen Fehler von 30% bei den Energie­er­trägen bewirkt. Insbe­son­dere wenn die mittleren Windge­schwin­dig­keiten zu hoch berechnet wurden, ist ein wirtschaft­li­cher Betrieb auch bei überhöhten Vergü­tungen nicht möglich. Mittler­weile ist bekannt, dass die Erträge vieler Windparks weit unter den Prognosen der Windgut­achten liegen. Diese Windparks sind in aller Regel in wirtschaft­li­chen Schwie­rig­keiten, die bis zur Insol­venz gehen. 

Von ähnli­cher Ad-hocerie sind vieler­orts die gesamten Planungen zur Auswei­sung von Windkraft­vor­rang­ge­bieten gekenn­zeichnet.

In den letzten Jahren wurden von Kommunen, Kreisen und Ländern Planungen von Windkraft­an­lagen aufgrund von „Energie- und Klima­stra­te­gien“ durch­ge­führt. Anstatt die physi­ka­li­schen und techni­schen Restrik­tionen fachlich richtig einzu­schätzen, findet ein völlig unkoor­di­nierter Ausbau statt. Vertreter von Landes­re­gie­rungen schätzen die Auswir­kungen dieses Ausbaus völlig falsch ein. Jüngstes Beispiel ist das Hessi­sche Umwelt­mi­nis­te­rium, das auf der eigenen homepage einen Ausbau der Windkraft bis zu einem Gesamt­er­trag von 28.000.000 MWh bewirbt. Ganz offen­sicht­lich scheint niemandem bewusst zu sein, dass dafür hessen­weit 5000 Windkraft­an­lagen erfor­der­lich sind.

In “Klima­schutz­stra­te­gien” – die als Recht­fer­ti­gung für den Windkraft­ausbau dienen–  werden bezüg­lich der angestrebten CO2–Reduzie­rungen syste­ma­ti­sche Bilan­zie­rungs­fehler gemacht:  Rein rechne­ri­sche, fiktive Einspa­rungen werden in voller Höhe verbucht, obwohl sie aufgrund der hier beschrie­benen Zusam­men­hänge faktisch nicht existieren. Tatsäch­liche, durch Indus­tria­li­sie­rung von Wäldern bedingte Mehre­mis­sionen werden hingegen nicht bilan­ziert: Eine Windkraft­an­lage “verbraucht” ca. 1 ha Wald, der bis zur Zerstö­rung durch diese Anlage ca. 10t CO2/a speicherte.  Eine Berück­sich­ti­gung der relevanten Dimen­sionen und damit eine Abschät­zung des Aufwand/Ertragsverhältnisses derar­tiger Strate­gien findet praktisch nie statt.

Das derzei­tige Vorgehen ist aus technisch-natur­wis­sen­schaft­li­cher Sicht unseriös. Die im Zuge des Windkraft­aus­baus den Menschen und der Natur aufge­bür­dete Last wird dadurch auf völlig unnötige und daher völlig inakzep­table Weise erhöht. 

Die Lösung

Die Ermitt­lung der mittleren Windge­schwin­dig­keit an geplanten Stand­orten muss auf standar­di­sierten Messungen und Messver­fahren beruhen. Diese Messungen müssen unmit­telbar am geplanten Standort mindes­tens in Naben­höhe der geplanten Anlagen erfolgen. Um einen statis­tisch abgesi­cherten Wert für die mittlere Windge­schwin­dig­keit zu erhalten, der auch die jahres­zeit­li­chen Schwan­kungen der Windge­schwin­dig­keit berück­sich­tigt, müssen diese Messungen über die Dauer von mindes­tens einem Jahr erfolgen.

Für die gemes­sene mittlere Geschwin­dig­keit muss der Messfehler bzw. die Unsicher­heit der Messung mit angegeben werden, um damit die Unsicher­heiten der zu erwar­tenden Erträge abschätzen zu können. Zum Schutz von Inves­toren, insbe­son­dere bei Bürger­wind­parks, muss eine gesetz­liche Verpflich­tung geschaffen werden, die Ergeb­nisse der Windmes­sung zu veröf­fent­li­chen. Auf der Grund­lage allein von Windgut­achten dürfen zukünftig keine Bauge­neh­mi­gungen erteilt werden.

Die Planungen der Gebiets­kör­per­schaften müssen aufein­ander abgestimmt werden und sich an techni­schen Reali­täten messen lassen. Die gesetz­liche Privi­le­gie­rung des Baus von Windkraft­an­lagen nach dem Bundes­im­mi­si­ons­schutz­ge­setz muss abgeschafft werden. Lokale Klima­kon­zepte müssen sich am Gesamt­bei­trag für Deutsch­land und die Welt messen lassen.


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