Klima­schutz? Ein schlechter Witz.

Die von diversen Unter­stel­lern unter­stellte Klima­schutz­wir­kung der „Energie­wende“ und insbe­son­dere des Windkraft­aus­baus fußt auf der Vorstel­lung, dass damit der CO2–Ausstoß reduziert und der sogenannte Treib­haus­ef­fekt reduziert würde.

Dazu muss man folgende Fakten berück­sich­tigen:

1. Deutsch­land trägt zu den globalen CO2–Emissionen ungefähr 2,5 % bei.

Egal, welche Politik in Deutsch­land betrieben wird, wird dieser Anteil bis 2030 auf deutlich unter 2% sinken. Deshalb, weil allein die Zuwächse in China und Indien unsere Gesam­te­mis­sion deutlich übertreffen. Was in Deutsch­land an CO2 emittiert wird (Gesam­te­mis­sionen), entspricht der Menge, die in China alle 14 Monate neu hinzu­kommt. Wenn Deutsch­land morgen aufhörte zu existieren, wäre dies in der globalen CO2–Bilanz allein durch China nach einem guten Jahr bereits vollständig ausge­gli­chen. Schon aufgrund dieser Dimen­sionen ist es völlig ausge­schlossen, dass man von deutschem Boden aus einen Einfluss auf das Weltklima entfalten kann. Die Maßnahmen sind völlig wirkungslos.

2. Wenn man sich von einem klaren Blick auf die nüchternen Zahlen nicht irritieren lassen möchte und dennoch einen Effekt unter­stellt, so wie es diverse Unter­steller tun…

… so kann die Windkraft trotzdem keinen messbaren Klima­schutz-Beitrag leisten:

Die Windkraft wirkt allein im Strom­sektor. Dieser macht aber nur ein knappes Viertel des gesamten Energie­ver­brauchs aus. Die „großen Brocken“ Verkehr und Wärme werden nicht berührt. Dem Klima ist es jedoch egal, ob ein CO2–Molekül aus dem Auspuff eines PKW, dem Kamin eines Kachel­ofens oder dem Schorn­stein eines Kraft­werks kommt. Der gesamte Energie­ver­brauch ist maßgeb­lich. Zu diesem tragen alle Windkraft­an­lagen zusammen nur 1,6 % bei. Es geht also um 1,6 % von 2,5 %, also 0,04 Prozent der globalen Emissionen, die unter theore­ti­schen Ideal­be­din­gungen überhaupt durch die Windkraft­an­lagen beein­flusst werden können.

3. Wem die Aussicht auf Beein­flus­sung von 0,04 Prozent der globalen CO2–Emissionen jedes Opfer wert ist, der muss dennoch konsta­tieren, dass selbst diese Aussicht trüge­risch ist.

De Facto führt der Windkraft­ausbau zu überhaupt keiner CO2–Einspa­rung. Die theore­ti­schen Ideal­be­din­gungen sind nämlich nicht erfüllt. Da Windkraft­an­lagen nicht grund­last­fähig sind, müssen stets andere Kraft­werke im Hinter­grund bereit­ge­halten werden. Diese werden in den Stop-&-Go-Betrieb gezwungen und arbeiten dadurch unwirt­schaft­lich. Sie verbrau­chen mehr Brenn­stoff (Kohle, Gas), als sie müssten. Außerdem drängt der Windstrom die vergleichs­weise CO2–armen Gaskraft­werke aus dem Markt und fördert indirekt den Braun­koh­le­ein­satz. Im Ergebnis steigt der CO2–Ausstoß.

4. Wer vor diesen empiri­schen Tatsa­chen die Augen verschließt oder diese als Übergangs­er­schei­nungen abtut, muss zumin­dest die Existenz des Europäi­schen Emissi­ons­han­dels­sys­tems zur Kenntnis nehmen.

Dieses legt die Gesam­te­mis­sionen für alle EU Staaten insge­samt verbind­lich fest – alle poten­ti­ellen Emittenten der großen, energe­tisch relevanten Indus­trie­zweige müssen inner­halb dieses gedeckelten Kontin­gents Emissi­ons­rechte (“Zerti­fi­kate”) erwerben. Energie­er­zeu­gungs­un­ter­nehmen sind vollständig erfasst und müssen für jedes emittierte Gramm CO2 ein entspre­chendes Zerti­fikat nachweisen. Diese Zerti­fi­kate werden an Börsen oder zwischen den Anlagen­be­trei­bern frei gehan­delt, wobei das Kontin­gent sukzes­sive verklei­nert wird. Das System stellt im Prinzip sicher, dass das CO2 – Reduk­ti­ons­ziel einge­halten wird und Emissionen an den Stellen einge­spart werden, wo dies am kosten­güns­tigsten möglich ist

Eventu­elle Einspa­rungen im deutschen Strom­sektor führen dazu, dass im deutschen Strom­sektor weniger Zerti­fi­kate benötigt werden, der Zerti­fi­kate­preis also sinkt. Damit wird es für Unter­nehmen in anderen Sektoren und Regionen weniger lukrativ, in Emissi­ons­ver­mei­dung zu inves­tieren. Plakativ ausge­drückt: In ost­europäischen Kohle­kraft­werken werden im Zweifel keine zusätz­li­chen Filter mehr einge­baut, da die Ersparnis bei den Zerti­fi­katen die Inves­ti­tion nicht mehr recht­fer­tigt. Aber auch in anderen Indus­trie­zweigen inner­halb Deutsch­lands verän­dert ein reduzierter Zerti­fi­kats­preis das Inves­ti­ti­ons­kalkül. Man kann es drehen, wie man will: Am Ende bestimmt allein das EU-weit festge­legte Kontin­gent an Zerti­fi­katen, wie viel CO2 in Europa emittiert wird. Eine – ohnehin nur fiktive – CO2–Reduk­tion durch Windkraft­an­lagen in Deutsch­land ist definitiv ohne Effekt auf die globalen Emissionen.

5. Selbst wenn man den Emissi­ons­handel außer Acht lässt und unter­stellt, dass (fiktive!) CO2–Einspa­rungen in Deutsch­land sich tatsäch­lich in einer Emissi­ons­re­duk­tion ganz Europas nieder­schlagen, so muss man die Reaktion des weltweiten Angebots berück­sich­tigen. 

Diesen Aspekt hat Professor Hans-Werner Sinn als “grünes Paradoxon” bekannt gemacht: Die europäi­schen Länder geben viel Geld aus, um die Energie­ef­fi­zienz zu verbes­sern, den “grünen” Strom auszu­bauen, sparsa­mere Autos zu bauen und sonstige techni­sche Lösungen zu ermög­li­chen, mit denen sie ihre Nachfrage nach fossilen Brenn­stoffen drosseln können. Diese Nachfra­ge­po­litik ist aber so lange wirkungslos, wie andere Länder sich nicht betei­ligen und die Ressour­cen­be­sitzer ihr Angebot nicht kappen. Müssen die Ressour­cen­ei­gen­tümer gar befürchten, dass die “grüne” Politik im Lauf der Zeit immer grüner wird und die Preis­stei­ge­rungs­rate der fossilen Brenn­stoffe verrin­gert, beschleu­nigt die grüne Politik sogar die Ressour­cen­ex­trak­tion. Plakativ ausge­drückt: Wenn Europa seinen Appetit auf fossile Energie­träger zügelt, werden diese weltweit günstiger und entspre­chend in anderen Teil der Welt stärker nachge­fragt. Wenn andere Teile der Welt ihren Appetit ebenfalls zügeln oder dies vorgeben, werden die Scheichs ihre Ölvor­räte möglichst schnell “versil­bern” und an die Kunden bringen. Solange die Angebots­seite nicht einbe­zogen wird, ist jede auf die Nachfrage nach fossiler Energie verengte “Klima­po­litik” wirkungslos bis kontra­pro­duktiv. 

Geradezu zynisch wird die in Deutsch­land forcierte Windkraft­an­sied­lung im Wald unter dem Deckmantel „Klima­schutz“, wenn man sich verge­gen­wär­tigt, dass unsere Wälder pro Jahr und Hektar rund 10 Tonnen CO2 speichern. Wälder nehmen nicht am Emissi­ons­handel teil und beein­flussen die Weltmarkt­preise für fossile Rohstoffe nicht – ihre Leistungen werden also nicht durch die unter 4. und 5. beschrieben Mecha­nismen konter­ka­riert. Pro Windkraft­an­lage wird mindes­tens ein Hektar Wald vernichtet und dauer­haft ökolo­gisch entwertet. Eventu­elle Auffors­tungen können das nicht einmal ansatz­weise ausglei­chen, da alte Bäume in jeder Hinsicht ungleich wertvoller als Neuan­pflan­zungen sind.

Wenn man den Klima­wandel ernst nimmt, muss man ihn mit geeig­neten Mitteln angehen. Dazu gibt es viele sinnvolle Ansätze. Alle laufen darauf hinaus, anderen Ländern zu helfen, ihre Emissionen zu senken und effizi­enter zu werden bzw. die Verletz­lich­keit unserer Gesell­schaften zu reduzieren. Das entspricht deutscher Ingenieurs­kunst und schafft dauer­hafte Export­er­folge und Arbeits­plätze. Wenn man dennoch unbedingt in Deutsch­land etwas tun möchte, dann sollte dies beim Einsparen ansetzen und den gesamten Energie­ver­brauch –nicht nur den Strom- erfassen.

Der Vollstän­dig­keit halber ist zum Themen­kom­plex „Klimawandel/Klimaschutz/Windkraft“ noch darauf hinzu­weisen, dass die für Deutsch­land prognos­ti­zierten negativen Effekte einer globalen Erwär­mung im Wesent­li­chen in häufi­geren Überschwem­mungen und häufi­geren Dürre­pe­ri­oden bestehen. Ursprüng­li­cher Wald bietet den besten Erosi­ons­schutz. Waldboden reinigt und speichert Wasser. Pro Windkraft­an­lage wird mindes­tens 1ha Wald vernichtet.


Weiter­füh­rende Quellen zum Thema:

http://www.vernunftkraft.de/professor-weimann-bei-euractiv/

http://www.vernunftkraft.de/licht-im-dunkel-der-energiesparlampe/

http://www.vernunftkraft.de/klimaschutzkonzepte-wissenschaftlich-betrachtet/

http://www.vernunftkraft.de/daene-beerbt-koenig/

http://www.vernunftkraft.de/kluger-kopf-kommentiert-klimapolitik/

http://www.vernunftkraft.de/gutachten-gebietet-gutes-absurdes-abzuschaffen-alternativlos/


Vortrag Professor Joachim Weimann – Wünsdorf – Juni 2015

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