Vision trifft Realität

Am 2. Juli 2014 fand in Potsdam das

Dialogforum Energiewende

statt. Auf Einladung der Zukunftsagentur Brandenburg sollten die „Chancen und Herausforderungen des Ausbaus Erneuerbarer Energien“ in Brandenburg diskutiert werden. Das Veranstaltungsprogramm finden Sie hier.

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Das vollständige Programm öffnet sich mit einem Klick.

Im Konferenzsaal der Industrie- und Handelskammer wurden am Vormittag zunächst „aktuelle Entwicklungen und der Stand der Energiewende“ diskutiert.

Hier skizzierte Herr Minister Ralf Christoffers die allgemeine Situation im Bund und in seinem Land in sehr ausgewogenen Worten.  Herr Dr. Gerd Landsberg vom deutschen Städte und Gemeindebund brachte die kommunale Perspektive ein. Herr Dr. Peter Ahmels, langjähriger Präsident des Bundesverbandes Windenergie und nun Präsident der „deutschen Umwelthilfe“, erläuterte die „Sicht der Umweltverbände„. Seltsamerweise tauchten die Worte  „Umwelt“ und „Natur“ in seinem Vortrag nicht auf.

Der Nachmittag war der „Umsetzung der Energiewende durch regionale und lokale Bürgerbeteiligung“ gewidmet.

Mit den Herren Phillipp Vohrer (Agentur für Erneuerbare Energien), Dr. René Mono (Stiftung 100% Erneuerbar) und Ullrich Ahlke (Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit Steinfurt) sprachen zwei professionelle Fürsprecher der Erneuerbare Energien Branche und ein amtlich berufener Verfechter des Ausbaus dieser „Technologien“ über die vermeintlich überwältigende Akzeptanz der Energiewende im Allgemeinen und die Vorzüge der Bürgerbeteiligung im Speziellen. Keines der hier braun unterlegten Argumente blieb dabei unbemüht. Der Grundton war stets der gleiche und  stieß bei der großen Mehrheit der Zuhörerschaft auf Zustimmung.

Etwas aus dem Konzept fiel der dritte Beitrag des Nachmittags. In diesem bemühte sich Dr. Nikolai Ziegler, innerhalb des gesetzten Zeitrahmens von 15 Minuten die Sicht der Bürger einzubringen. Wohlgemerkt jener Bürger, die an finanzieller „Bürgerbeteiligung“ wenig interessiert sind und  die wissen, dass der Umwelt mit der „Umwelthilfe“ nicht geholfen ist.

Hier können Sie den Vortrag in Bild und Ton nachvollziehen:

Hier finden Sie den Foliensatz.

Bei einigen Subventionsrittern rief der Vortrag von Nikolai Ziegler sehr großen Unmut hervor. Dass den von ihnen propagierten und genutzten Geschäftsmodellen der Nimbus des Guten abgesprochen wurde, war für die anderen Referenten sowie die meisten Zuhörer offenbar ein neues Erlebnis und eine inakzeptable Ungeheuerlichkeit. Auch die Beschäftigung mit nüchternen Zahlen bedeutete manchen ungewohnten Stress.

So musste sich Dr. Ziegler „radikaler Ansichten„, „mangelnder Dialogbereitschaft“ und sogar der Lüge bezichtigen lassen.

Letzteres jedoch eher aus Ungläubigkeit denn aus böser Absicht. So gab Herr Ahlke an, es „könne nicht sein, dass wertvoller Wald für Windkraftanlagen gerodet würde„, man möge „bei der Wahrheit bleiben„. Diese Wahrheit kann hier nachvollzogen werden. Derselbe Herr Ahlke gab auf Nachfrage, wie er mit den von ihm gepriesenen Bürgerwindparks eine Grundlastsicherung bewerkstelligen wolle, an, dass er sich um die „technische Umsetzbarkeit keine Gedanken“ mache.

Dr. Mono bezeichnete die Ausführungen von Nikolai Ziegler schlicht als „Quatsch„. Auf die Speicherproblematik angesprochen, erklärte er, dass Windstrom perfekt zum Heizen von (Frei-)bädern genutzt werden könnte, die Probleme mithin gar nicht virulent und kein Grund für ein Moratorium seien. Dies war nicht als Scherz gemeint, sondern wurde vom Sprecher der laut eigener Angabe zu  80 Prozent vom krisengeschüttelten Energieunternehmen „Juwi“ finanzierten „100 Prozent erneuerbar Stiftung“ tatsächlich so kundgetan.

Dass man mit Windstrom Bäder gelegentlich gut heizen kann, war nicht nur für Nikolai Ziegler, sondern ebenfalls für die rund 20 anwesenden Vernunftbürger Brandenburgs eine neue Erkenntnis. Dass wegen der zwangssubventionierten Umsetzung solcher „Visionen“ womöglich unser ganzes Land baden geht, störte und sorgte in diesem Moment an diesem Ort nur eine Minderheit.

Dennoch war es ein interessanter und in vielerlei Hinsicht bereichernder Tag.

VERNUNFTKRAFTdankt den Organisatoren herzlich für die Einladung und den freundlichen Empfang!

 

Räumlich fast auf einer Linie: Ullrich Ahlke, Doris Pauls, Nikolai Ziegler, René Mono (v.l.)
Schön, wenn man Freunde hinter sich weiß.
Waren hier Exoten: finanziell unbeteiligte Bürger.

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