Trotz Super­som­mer­sonne – Minister tappt im Dunkeln

Am Sonntag, dem 27. Juli 2014 gab Bundes­mi­nister Sigmar Gabriel ein Sommer­inter­view in der ARD. 

BM

Mit einem Klick auf das Bild gelangen Sie zur Aufzeich­nung des Inter­views.

Nach knapp neun Minuten lenkten die Inter­view­partner das Gespräch auf die Energie­wende-Politik und die EEG-“Reform.”

In einem lichten und mutigen Moment im April hatte der Super­mi­nister erklärt, dass die Energie­wende kurz vor dem Schei­tern stehe. 

In Europa halten uns sowieso alle für Bekloppte“ ließ er die in Kassel versam­melte Schar der Subven­ti­ons­ritter wahrheits­ge­treu wissen. Zu lange habe man auf die falschen Berater, sprich: die Profi­teure des Subven­ti­ons­sys­tems, gehört.

Nach der EEG-Reform, bei der echte Volks­ver­treter leider keine Mehrheit bekamen, scheint dieser lichte Moment passé. 

Der Rat unabhän­giger Experten wurde in den Wind geschlagen, die Bedenken des Normen­kon­troll­rates wurden ignoriert. Entspre­chend fiel das Ergebnis aus. Alle bekannten Missstände wurden zemen­tiert. Neben den Preisen wurden auch noch die Mengen des subven­tio­nierten Stroms auf 20 Jahre hinaus festge­schrieben. Bei den Windkraft­sub­ven­tionen wurde der Grund­satz “je schlechter der Standort, desto höher die Subven­tion” nicht besei­tigt, sondern bekräf­tigt. Der Subven­ti­ons­wett­lauf zu Lasten der Allge­mein­heit wurde weiter befeuert. 

Die Frage cui bono? – zu wessen Gunsten? – wurde klar beant­wortet: Zugunsten der Windkraft­lobby.

Mittels steuer­fi­nan­ziertem Werbe­budget soll die “Reform” nun ins rechte bzw. falsche Licht gerückt werden. Man habe bei der Energie­wende die Nachteile gestri­chen, verkündet die Öffent­lich­keits­ar­beit des Minis­te­riums auf allen Kanälen.

R0

Im Sommer­inter­view der ARD machte sich auch der Minister diese Inter­pre­ta­tion zu eigen und legte seine Sicht der Energie­wen­de­po­litik dar.

Die artiku­lierte Sorge um den Wirtschafts­standort und die Aussage, dass man sich bisher viel zu stark auf das Aufstellen von Anlagen kapri­ziert habe, sind dabei eindeutig zu begrüßen und zeugen von Verant­wor­tung und Reali­täts­sinn.

Bezüg­lich der Tragfä­hig­keit der “Säulen der Energie­wende” unter­lief dem Super­mi­nister jedoch eine extreme Fehlein­schät­zung. Offenbar lassen seine Berater Herrn Gabriel bezüg­lich der relevanten statis­ti­schen und techni­schen Zusam­men­hänge völlig im Dunklen. 

So verschätzte sich der SPD-Vorsit­zende um den

Faktor Achttau­send­sie­ben­hun­dert­und­sechzig.

Er erweckte den Eindruck, dass die Säulen der Energie­wende, Windkraft und Photo­vol­taik, bereits substan­zi­elle Beiträge zur Strom­ver­sor­gung lieferten. Nur für ungefähr eine Stunde im Jahr bräuchte man im Extrem­fall dereinst bald noch konven­tio­nelle Kraft­werke (Min. 12:05). 

Tatsäch­lich sind Windkraft und Photo­vol­taik nicht in der Lage, auch nur ein einziges konven­tio­nelles Kraft­werk entbehr­lich zu machen. Zur gesicherten Leistung trägt die Photo­vol­taik bekannt­lich überhaupt nicht und die Windkraft nur marginal bei. Wir brauchen die ungeliebten “Reser­vekraft­werke” daher nicht eine Stunde im Jahr, sondern immer – d.h. 8.760 Stunden. Gemessen an dieser Fehlein­schät­zung kann Herr Trittin, der die Energie­wen­de­kosten mit dem Preis einer Kugel Eis taxierte, noch als Realist gelten. Um Minister Gabriel mit seinen eigenen Worten zu zitieren:

Die Wahrheit ist: Wir werden mit Windkraft- und Solar­an­lagen niemals den Bedarf an grund­last­fä­higem Strom decken. Unsere Energie­wende wird vom Rest der Welt mit Belus­ti­gung oder gar nicht zur Kenntnis genommen und dient besten­falls als abschre­ckendes Beispiel.

Die Wahrheit ist ferner, dass aufgrund der völlig fehlge­lei­teten Energie­wen­de­po­litik tausende Windkraft­an­lagen in die Wälder gebaut werden. Für eine jede davon werden rund 500 Bäume gefällt und rund 3.500 Tonnen Stahl­beton im Waldboden vergraben. Es wird nicht nur kein CO2 einge­spart, sondern es werden die natür­li­chen CO2–Senken zerstört und mit ihnen hochwer­tige Ökosys­teme und wichtige ökolo­gi­sche System­dienst­leis­tungen.

Die Wahrheit ist” außerdem, dass wir mit dieser Politik den techno­lo­gi­schen Fortschritt lähmen, unseren Wirtschafts­standort schwä­chen, die natur­nahen Kultur­land­schaften vollständig vernichten, die Lebens­qua­lität der Menschen massiv reduzieren, ihre Gesund­heit gefährden und uns von den Zielen Bezahl­bar­keit, Versor­gungs­si­cher­heit und Umwelt­ver­träg­lich­keit immer weiter entfernen

Die Wahrheit ist” schließ­lich, dass diese Politik ins Nichts führt und alle den Bürgern abver­langten Opfer  für Nichts sind.

Was die EEG-Reform betrifft, wäre eine auf sachge­rechte und ehrliche Infor­ma­tion der Öffent­lich­keit zielende Botschaft so zu formu­lieren:

R2

Im Kern lässt die „Reform“ alle bekannten Missstände unange­tastet. Weiterhin wird es auf 20 Jahre festge­schrie­bene Subven­tionen und Einspei­se­vor­rang für Zufalls­strom geben. Die beson­dere Ausprä­gung des „Wahnsinns“, dass Subven­tionen für Windkraft dort beson­ders hoch sind, wo die Bedin­gungen zur Erzeu­gung für Windstrom beson­ders schlecht sind, wurde verstärkt. Dank einer Inter­ven­tion der Herren Minis­ter­prä­si­denten Kretsch­mann und Bouffier wurde der Grund­satz “je weniger Wind, desto höhere Subven­tionen” noch bekräf­tigt. Die finan­zi­elle Grund­lage für Kriegs­er­klä­rungen gegen die Natur wurde damit gesichert.

Wenn der Wirtschafts­mi­nister der Wirtschaft, den Menschen und – in Erinne­rung an sein letztes Regie­rungsamt – der Natur etwas Gutes tun und tatsäch­lich Nachteile besei­tigen will, so muss der Rotstift weiter oben angesetzt und mutig geführt werden:

R3

Sehr geehrter Herr Minister, bitte bleiben Sie mutig.

Bitte orien­tieren Sie sich an Ihren aufrechten Partei­freunden. 

Herrn Staats­mi­nister a.D. Professor Michael Naumann, ist täglich nachdrück­li­cher zuzustimmen:

Die Energie­wende ist das unseriö­seste Regie­rungs­pro­jekt der vergan­genen Jahrzehnte.”  

Auch einen führenden Gewerks­schafts­ver­treter, Herrn Michael Vassi­liadis, sorgt die ruinöse Energie­wende. Der Vorsit­zende der IGBCE sieht darin nichts anderes als eine

Subven­ti­ons­ma­schi­nerie mit der Politik am Joystick

Die Regie­rung verprelle Zukunfts­firmen, fördere statt­dessen Uralt-Technik und gebe “eine Instal­la­ti­ons­ga­rantie für Sonnen­kol­lek­toren oder Windräder.”

Herr Otto Schily dürfte eine vernünf­ti­gere Politik ebenfalls goutieren, wie diese Ausfüh­rungen des ehema­ligen Bundes­in­nen­mi­nis­ters vermuten lassen. 

Info – Beitritt – Spende

Flyer-fuer_die_Vernunft_160 Flyer – Plakate – Rat

    Videos

Mitschnitte

vk-app

Buch