28 in 24 für 0

In den ersten Tagen des Jahres 2017 geraten proble­ma­ti­sche Aspekte von Windkraft­an­la­gen ins Visier von Print­me­dien und Fernse­hen. Anlass ist das gehäufte Aufre­ten von Havarien infolge starken Windes. Am 5. Januar berich­tete der RBB: 

Zeitungs­be­richte finden Sie u.a. 

Da man bei uns ein gewis­ses Hinter­grund­wis­sen annahm, wurden auch VERNUNFTKRAFT- Akteure zu den Vorfäl­len befragt.

In der Tat haben wir über unser Netzwerk Infor­ma­tio­nen über die Häufig­keit derar­ti­ger Vorfälle. Diese reichen aus, um die relati­vie­rende Behaup­tung des BWE-Funktio­närs Akthelm, dass es norma­ler­weise nur zu zwei Unfäl­len pro Jahr käme, als unwahr zu erken­nen. Tatsäch­lich wissen wir von bundes­weit 28 ähnli­chen Vorfäl­len in den letzten 24 Monaten.

Dennoch wider­ste­hen wir der Versu­chung, die gehäuf­ten Vorkomm­nisse der letzten Wochen als vermeint­li­ches Riesen­pro­blem der Energiezwerge zu brand­mar­ken und auf der media­len Welle der Aufmerk­sam­keit zu surfen.

Denn  angesichts

und im Lichte der energie­wirt­schaft­lich-techni­schen Unsin­nig­keit des Windkraft­aus­baus aufgrund

die ebendiese Anlagen hervor­ru­fen, 

erscheint es uns unange­mes­sen, aus dem wohl Gerings­ten aller Probleme, die Windener­gie­an­la­gen in Deutsch­land verur­sa­chen, Kapital schla­gen zu wollen.

Eine Presse­mit­tei­lung von uns hätte ungefähr diesen Inhalt gehabt,

     

28 Störfälle in 24 Monaten

Stark­wind macht Windkraft zur Gefahr 

Dass die mittler­weile 27.000 in Deutsch­land instal­lier­ten Windkraft­an­la­gen im Normal­be­trieb eine tödli­che Gefahr für Vögel und Fleder­mäuse darstel­len und ganze Arten existen­zi­ell bedro­hen, ist durch die Progress-Studie und die Arbei­ten des Leibniz-Insti­tuts für Zoo- und Wildtier­for­schung sowie der deutschen Wildtier­stif­tung bekannt und belegt.

Sturm­tief Alex” gibt Anlass, auch die latente Gefähr­dung für Leib und Seele von Menschen zu reflek­tie­ren. Bei Unwet­ter­la­gen, insbe­son­dere bei Sturm, ist häufig mit Eiswurf und selte­ner, aber regel­mä­ßig, mit abbre­chen­den Anlagen­tei­len zu rechnen. Bis zu hunder­ten Meter weit geschleu­dert, können diese zu tödli­chen Geschos­sen werden. Reali­sie­run­gen dieser laten­ten Gefah­ren werden bislang in der Regel  nur in der lokalen Bericht­erstat­tung aufge­grif­fen, sodass das Gefah­ren­po­ten­tial insge­samt eher unter­schätzt wird: Allein seit Januar 2015 wurde unserem Verein von 28 Havarien bei Windkraft­an­la­gen berich­tet. Diese Unfälle sind dokumen­tiert – die Dunkel­zif­fer dürfte höher sein. Angesichts der bereits bestehen­den riesi­gen Windkraft­an­la­gen-Felder entlang vielbe­fah­re­ner Verkehrs­wege und im Lichte der Ausbau­pläne nimmt die Wahrschein­lich­keit schwe­rer Unfälle zu.

Vor dem Hinter­grund, dass eine energie­wirt­schaft­li­che Sinnhaf­tig­keit des weite­ren Windkraft­aus­baus mangels Speicher­tech­no­lo­gien nicht zu erken­nen ist

 – jeder weitere Kapazi­täts­auf­bau erhöht zwangs­läu­fig die nicht nutzba­ren, aber teuer zu entsor­gen­den Erzeu­gungs­spit­zen, ohne dass eine Versor­gung sicher­ge­stellt, geschweige denn ein Nutzen i.S.d. Klima­schut­zes erzielt würde –

unter­streicht diese bisher wenig beleuch­tete Gefahr: Innehal­ten und Nachden­ken ist dringend geboten.

Quelle: Leipzi­ger Volks­zei­tung

     

wurde aber nicht ausge­sen­det.

Selbst­ver­ständ­lich verdie­nen es die vom RBB aufge­grif­fe­nen Aspekte, näher durch­dacht zu werden. Insbe­son­dere stellt sich die Frage nach Sicher­heits­ab­stän­den zu Straßen.

Grund­sätz­lich sollte es den Verfech­tern des Windkraft­aus­baus jedoch nicht ermög­licht werden, durch Entkräf­tung und Wider­le­gung der im Zuge dieser Unfälle vorge­brach­ten Sorgen und Argumente von den eigent­li­chen Proble­men abzulen­ken.

Genau diesem Ablen­ken leisten leider auch einige Medien­be­richte Vorschub, wie u.a. dieser Bericht des Göttin­ger Tageblatts:

Der letzte Satz darin – “die nieder­säch­si­schen Anlagen haben 8957 Megawatt Leistung, was dem Sechs­fa­chen der Leistung des Kernkraft­werks Grohnde entspricht” – ist inhalt­lich fehl am Platz und nicht sachge­recht:

Der (völlig zusam­men­hangs­los angebrachte) Vergleich der Leistungs­kenn­zah­len in Megawatt verschlei­ert den funda­men­ta­len Unter­schied zwischen Leistung und Arbeit – das Kernpro­blem der Windkraft. Gegen­über den Risiken und Neben­wir­kun­gen der Kernkraft­nut­zung mögen die Risiken durch harva­rie­rende Windkraft­an­la­gen vernach­läs­sig­bar erschei­nen. Bekann­ter­ma­ßen können Windkraft­an­la­gen Kernkraft­werke jedoch nicht erset­zen. Insofern ist der Verweis auf Grohnde nur in Wolken­ku­ckucks­heim zuläs­sig.

Das eigent­li­che Thema des Tageblatt-Journa­lis­ten und seiner Kolle­gin­nen und Kolle­gen sollte weniger die isoliert betrach­tete Risiko-Seite der Windkraft in Form von 28 Havarien in 24 Monaten, sondern vielmehr die 0 bei der gesicher­ten Leistung, die 0 beim Klima­schutz, die 0 bei der Umwelt­ver­träg­lich­keit und die sechs Nullen beim erzeug­ten Umver­tei­lungs­vo­lu­men sein, welche die Techno­lo­gie auf der “Chancen”-Seite verbucht. 

Im Sinne einer sachge­rech­ten Chancen-Risiken-Abwägung setzt sich VERNUNFTKRAFTweiter­hin für überlegte Entschei­dun­gen ein. 

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