Club der Visio­näre – Exzel­len­zen unter sich?

Am 1. Juni 2013 hat Bundes­um­welt­mi­nis­ter Altmaier im vorneh­men Berli­ner Hotel de Rome einen Club der Energie­wen­de­staa­ten aus der Taufe gehoben. Diese Koali­tion der Willi­gen sieht sich als Wortfüh­rer der inter­na­tio­na­len Erneu­er­ba­ren-Bewegung.

Eintritts­kri­te­rium in diesen Club ist laut Altmaier eine “Exzel­lenz” im Bereich der Erneu­er­bare Energien – Politik. Details zu den Vorstel­lun­gen des Clubs der Visio­näre sind hier nachzu­le­sen.


Wer Visio­nen hat, möge sich an seinen Hausarzt wenden, riet einst Altbun­des­kanz­ler Helmut Schmidt. In der Tat fordert die Gründung dieses Exzel­lenz-Clubs die satiri­sche Betrach­tung geradezu heraus. Die Kommen­tare unter dem Artikel kommen dieser Auffor­de­rung unseres Erach­tens sehr gut nach.


Auf der bemüht sachli­chen Ebene ist unser Kommen­tar:

1.

Deutsch­land, bzw. Herr Altmaier als Gründungs­va­ter, hat in diesem Club der exzel­len­ten Visio­näre gemäß der eigenen Einlass­kri­te­rien keinen Platz. An Visio­nen mangelt es hierzu­lande zwar nicht. Aber Exzel­lenz in Sachen Erneu­er­ba­rer Energien können wir absolut nicht beanspru­chen.

Deutsch­land ist bezüg­lich des tatsäch­li­chen Anteils erneu­er­ba­rer Energien an der Strom­erzeu­gung mitnich­ten in einer Vorrei­ter­rolle. Gegen­wär­tig liegt Deutsch­land europa­weit im Mittel­feld.

 

Quelle: Sachver­stän­di­gen­rat, Jahres­gut­ach­ten 2012/13, S. 252

Diese ‑gemes­sen am Anspruch, Maßstäbe setzen zu wollen- beschei­dene Platzie­rung hat mehrere Ursachen. Zum einen betrei­ben andere Länder eine ratio­na­lere Förder­po­li­tik und setzen bei den Erneu­er­ba­ren Energien stärker auf nicht volatile Quellen wie Wasser­kraft und Biomasse. Zum anderen sind Wind und Sonne in anderen Ländern reich­li­cher und steti­ger vorhan­den als bei uns.

Davon abgese­hen, ist der hierzu­lande gesetzte Fokus auf die Elektri­zi­tät völlig depla­ziert.

Die unter Umwelt­aspek­ten eigent­lich relevante Größe ist der Primär­ener­gie­ver­brauch – die Strom­erze­gung macht dabei nur rund ein Drittel aus. Der Betrieb von Kraft­fahr­zeu­gen und Heizun­gen sind viel relevan­ter. Zur entschei­den­den Größe Primär­ener­gie­ver­brauch tragen die “erneu­er­ba­ren” Windkraft und Photo­vol­taik in Deutsch­land zusam­men nur 2 Prozent bei:

Primärenergieverbrauch

Anteile einzel­ner Energie­trä­ger am Primär­ener­gie­be­darf 2012. Quelle: Bundes­mi­nis­te­rium für Wirtschaft und Techno­lo­gie 

  Deutsch­land ist hier alles andere als exzel­lent. Unsere Vorrei­ter­rolle beschränkt sich auf  den Aufbau von Strom­erzeu­gungs-Kapazi­tä­ten und das Ausge­ben von Subven­tio­nen. Von Deutsch­land kann die Welt zur Zeit lernen, wie man eine Erneu­er­bare Energien Politik am besten nicht macht: Die Versor­gungs­si­cher­heit leidet, die Strom­preise steigen ständig und die Natur gerät immer stärker in Mitlei­den­schaft. 2. Grund­sätz­lich gibt es keinen Grund für einen Club, der “Erneu­er­bare Energien” zum Selbst­zweck ernennt. Einen solchen Club, der die ganze Welt zu “Torhei­ten” verlei­ten will, können die 186 “Schur­ken­staa­ten” gerade noch entbeh­ren. 3. Dass sich Herr Altmaier als “Freund des Waldes” bezeich­net, ist mit der Reali­tät schwer in Einklang zu bringen. Mit seiner Strom­preis­bremse und dem Schutz vor irratio­na­len Sakral­bau­ten könnte er dem Wald jeden­falls mehr Gutes tun als mit diesem dubio­sen Club.

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