Am 17. Februar 2026 veröffentlichte der Umweltökonom Professor Joachim Weimann auf der Plattform LinkedIn einen Aufruf. Darin wird die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche für ihren Mut gewürdigt, eine überfällige Diskussion über die Wirksamkeit und die wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Energiewendepolitik anzustoßen. Den vollständigen Aufruf finden Sie hier.
VERNUNFTKRAFT. ist parteipolitisch neutral. Wir unterstützen keine Personen oder Parteien – aber wir unterstützen Argumente, wenn sie faktenbasiert, sachlich und im Interesse einer sicheren, bezahlbaren und – v.a. – umweltfreundlichen Energiepolitik stehen. Und folgerichtig unterstützen wir Aufrufe, die von uns selbst initiierten (s.u.) inhaltlich sehr nahe kommen. Genau das ist hier der Fall.
Hintergrund der aktuellen Debatte
Auslöser der jüngsten Auseinandersetzungen war der Hinweis von Ministerin Reiche, dass der weitere Ausbau erneuerbarer Energien dort begrenzt werden müsse, wo bereits heute in großem Umfang teure Abregelungen stattfinden. Diese Position ist fachlich gut begründet: Wenn Anlagen regelmäßig abgeschaltet werden müssen, weil Netze fehlen oder Strom nicht abgenommen werden kann, entstehen hohe Kosten für die Stromverbraucher ohne energiewirtschaftlichen Nutzen. Statt diese Problematik sachlich zu diskutieren, wurde Frau Reiche in der Folge heftig angegriffen. In sozialen Medien dominieren reflexhafte Vorwürfe, während eine nüchterne Analyse der Fakten kaum stattfindet.
Warum wir den Aufruf unterstützen
Der veröffentlichte Aufruf benennt zentrale Punkte, die seit Jahren auch von VERNUNFTKRAFT. thematisiert werden:
- Fehlende CO₂‑Minderung im europäischen Emissionshandelssystem, wenn nationale Einsparungen lediglich zu mehr Emissionen in anderen EU‑Ländern führen.
- Extrem hohe Netzausbaukosten, die laut EWI bis 2045 auf rund 730 Mrd. Euro steigen könnten.
- Gesamtkosten der Energiewende in einer Größenordnung von 10–13 Billionen Euro, wie der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages schätzt.
- Wachsende Belastungen für Wirtschaft und Sozialstaat, die bereits heute zu Produktionsrückgängen in der Industrie führen.
- Eine weiterhin überwältigende Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, deren vollständiger Ersatz bis 2045 unrealistisch erscheint.
Diese Punkte verdienen eine breite öffentliche Debatte – nicht Empörungskampagnen. Eine Kurskorrektur ist kein „Angriff auf die Energiewende“, sondern Voraussetzung dafür, dass unsere Energiepolitik wieder bezahlbar, versorgungssicher und umweltverträglich wird.
Für eine sachliche Diskussion
Wir veröffentlichen und unterstützen den Aufruf, weil er einen wichtigen Beitrag zu einer überfälligen Debatte leistet.
Die Unterzeichner – Wissenschaftler, Unternehmer und Fachleute – stehen für eine Perspektive, die in der öffentlichen Diskussion oft zu kurz kommt: Realismus, Wirtschaftlichkeit und Systemverantwortung. Sie reihen sich damit – wissentlich oder unwissentlich – in die Reihe derer ein, die genau 10 Jahre zuvor (!) den Johannisberger Appell unterzeichneten (und damit derer, die bereits vor 27 Jahren das Darmstädter Manifest) unterschrieben). Wir laden alle Interessierten ein, sich selbst ein Bild zu machen und die Argumente abzuwägen. Eine nachhaltige Energiepolitik braucht Mut zur Korrektur – und die Bereitschaft, unbequeme Fakten anzuerkennen.
Für fundamental Vernünftiges ist es nie zu spät.




