Kompli­zierte Welt trifft simples Denken

E.T. en minia­ture am Buchberg in Neustadt gelan­det?

Wie die Natur unter dieser Art von Energie­wende leidet.

So was habe ich ja noch nie gesehen! Sieht richtig gefähr­lich aus und ist groß wie eine Wäsche­klam­mer, sagt die Bekannte am Telefon.

Was mag das sein? Und tatsäch­lich, das Ding sieht verdäch­tig aus. Es hat einen Hauch von E.T., dem Außer­ir­di­schen. Aber der ist ja harmlos und das Ding ist es auch.

Weinschw.

Raupe des Mittle­ren Weinschwär­mers. Foto: Waltraud Trabert.

Es ist eine Schmet­ter­lings­raupe und zwar die des Mittle­ren Weinschwär­mers. Man kann sie beden­ken­los anfas­sen, fällt aber nicht leicht. Die drei großen Augen auf den Seiten der vorde­ren Segmente sind nicht echt, sondern nur Zeich­nun­gen, ähnlich wie die Lüftel­ma­le­rei an oberbaye­ri­schen Gebäu­den. Aber sie schre­cken ab, vor allem wenn man nur ein kleines hungri­ges Vögel­chen ist, und das ist der Sinn der Sache. Die sechs echten Augen sitzen ganz vorn an dem kleinen dunklen Kopf und sind winzig klein. Typisch ist auch das Horn am hinte­ren Ende. Die Raupe lebt von den Blättern des Zotti­gen Weiden­rös­chens, das wie viele andere Wildpflan­zen wegen der Energie­wende mit Mais, Raps, Biogas und der sinnlo­sen Putzsucht in vielen Gärten kaum noch irgendwo wachsen darf.

Aber ohne Futter keine Raupe und ohne Raupe kein Schmet­ter­ling. Genau darun­ter leidet der Mittlere Weinschwär­mer. Vor wenigen Jahrzehn­ten war er noch oft zu sehen, jetzt ist er eine Selten­heit. Doch die Natur­schutz­ver­bände, Parteien und selbst Kirchen fechten weiter für diese Art der Energie­wende und verschlie­ßen vor den fatalen Folgen fest die Augen.

Deshalb zur Erinne­rung: Vor fünfzig Jahren konnten Schmet­ter­lings­for­scher noch an den Later­nen des Fürther Bahnhofs Selten­hei­ten fangen, jetzt überhaupt nichts mehr. Laut Bundes­amt für Natur­schutz sind in den letzten drei Jahrzehn­ten zwei Drittel der Kiebitze und Feldsper­linge verschwun­den, von den Rebhüh­nern sogar neunzig Prozent. Eine Million Feldler­chen sind verstummt. Insge­samt hat sich die Zahl der Feldvö­gel halbiert! Und mit den Schmet­ter­lin­gen geht es so steil abwärts, dass nur noch ganz wenige Arten zu sehen sind.

Orch

Nächt­li­cher Besuch des Mittle­ren Weinschwär­mers bei der Orchi­dee Gymna­denium canop­sia. Foto: Werner Rummel.

Da ist es fast ein Wunder, wenn man den schönen pink- und orange­far­be­nen Schwär­mer, in den sich die E.T.-Raupe nach der Puppen­ruhe verwan­delt, entdeckt und vor die Kamera kriegt. Das gelang dem Physi­ker und Entomo­lo­gen Werner Rummel aus Erlan­gen bei einem seiner nächt­li­chen Streif­züge mit einer selbst gebau­ten Fotofalle. Auf dem Foto schwirrt der Schwär­mer mit ausge­roll­tem Saugrüs­sel wie ein Kolibri vor der selte­nen heimi­schen Orchi­dee Gymna­de­nia canop­sia. Er gilt als ihr einzi­ger Bestäu­ber. Doch seitdem in der Nähe Windrä­der stehen, hat Werner Rummel festge­stellt, sind die Schwär­mer verschwun­den und die Orchi­deen bilden fast keine Samen mehr.

Was ist hier los?

Von den Rotoren der Windrä­der geht für Menschen unhör­ba­rer Ultra­schall aus. Vor Ultra­schall aber flüch­ten Schwär­mer, weil auch ihre Todfeinde, die Fleder­mäuse, mit Ultra­schall Jagd auf Schwär­mer machen und die fürch­ten sie wie der Teufel das Weihwas­ser, lassen sich im Flug fallen und fliehen aus dem Gebiet. Damit fehlen den Orchi­deen ihre Bestäu­ber, sie bilden keine Samen mehr und werden ausge­rot­tet.

Das ist das Gegen­teil von Natur­schutz und das Gegen­teil von Bewah­rung der Schöp­fung.

91413 Neustadt an der Aisch, den 14. August 2014

Dr. Fried­rich Buer


Die Ökolo­gie ist die Wissen­schaft von einer komple­xen Welt. Sie erforscht die Bezie­hun­gen der Lebewe­sen unter­ein­an­der und mit ihrer unbeleb­ten Umwelt. 

Wie das Beispiel des Mittle­ren Weinschwär­mers zeigt, entfal­ten mensch­li­che Eingriffe in Landschaf­ten und Lebens­räume mannig­fal­tige Wirkun­gen, die ihrer­seits Ursachen für neue Wirkun­gen sind. Der Ausbau der Strom­erzeu­gung aus Windkraft (insbe­son­dere in Wäldern) und Biomasse stellt epochale und kolos­sale Eingriffe in bisher nahezu unberührte bzw. in ökolo­gisch vorteil­haf­tem Sinne kulti­vierte Landschaf­ten und Lebens­räume dar. Dies ergibt sich zwangs­läu­fig aus der gerin­gen Energie­dichte und des daraus resul­tie­ren­den Flächen­ver­brauchs der “Energiewende”-“Technologien”. Ein einfa­cher Dreisatz deutet das Ausmaß der Verhee­rung an.

Dass ausge­rech­net die Vertre­ter einer Partei mit vorgeb­li­chem ökolo­gi­schem Anspruch dieser Verhee­rung das Wort reden und sich jedes kriti­sche Nachden­ken über ökolo­gi­sche Zusam­men­hänge verbit­ten, ist erstaun­lich.

Was ist nur in sie gefah­ren?”

fragte Herr Dankwart Guratzsch am 11. August 2014 in der WELT.

Am 13. August 2014 versuchte sich Herr Boris Palmer an einer Erklä­rung.

 

Boris Palmer erklärt:

Wasser­kraft­werke werden als Fisch­häcks­ler bekämpft. Pumpspei­cher­kraft­werke sind angeb­lich Beton­mons­ter in unberühr­ten Landschaf­ten. Fotovol­taik ist wahlweise der finan­zi­elle Ruin des kleinen Mannes, der deutschen Wirtschaft oder der Orts- und Stadt­bil­der. Biogas­an­la­gen vermaisen die Landschaft, produ­zie­ren Verkehr oder stinken zum Himmel. Und wenn die Windkraft nicht gerade als Unter­gang der Vogel­welt gebrand­markt wird, dann ist sie zu laut, zu hoch, zu blendend oder eben einfach zu hässlich.“

 

     

 

Aufge­klärte Bürger antwor­ten:

Vermut­lich versucht sich Herr Palmer hier im Gebrauch der Ironie. Tatsäch­lich liefert er eine exakte Reali­täts­be­schrei­bung. Wer die Reali­tät für Satire hält, scheint sich von erste­rer weit entfernt zu haben.

 

 

 

Boris Palmer erklärt:

Nun kann man über vieles strei­ten, aber nicht darüber, dass unsere Zivili­sa­tion und unser Wohlstands­mo­dell von jeder­zeit verfüg­ba­rer Energie abhän­gig sind. Die zweifel­los schönste Alter­na­tive, nämlich auf alle Anlagen zur Bereit­stel­lung von Energie zu verzich­ten, ist schlicht unmensch­lich. Wir müssen uns entschei­den, woher der Strom für die Steck­dose kommen soll.”

 

     

 

Aufge­klärte Bürger antwor­ten:

Mit diesen Sätzen trifft Herr Palmer voll ins Schwarze. Aller­dings verwei­gert er sich der logischen Konse­quenz dieser wahren Aussa­gen. Träte Reali­täts­sinn an die Stelle von –verwei­ge­rung, so wäre jede weitere Beschäf­ti­gung mit den ökolo­gi­schen und ästhe­ti­schen Aspek­ten des Windkraft­aus­baus müßig. Denn genau diesem von Herrn Palmer skizzier­ten Anfor­de­rungs­pro­fil wird die Windkraft auf abseh­bare Zeit nicht genügen. Windkraft kann keine bedarfs­ge­rechte Versor­gung leisten. Im Gegen­teil: Der Windkraft­aus­bau gefähr­det die Versor­gungs­si­cher­heit.

 

 

 

Boris Palmer erklärt:

Wenn wir nicht Pippi Langstrumpf spielen wollen, bleibt uns die Entschei­dung zwischen den Nachtei­len der herkömm­li­chen Energie­quel­len und der erneu­er­ba­ren Energien nicht erspart. Ich muss nicht lange überle­gen, um mich bei dieser Wahl für den Anblick von Windrä­dern zu entschei­den.”

 

     

 

Aufge­klärte Bürger antwor­ten:

Die Tochter des Seeräu­ber­ka­pi­täns hat Herrn Palmer offen­bar stark inspi­riert. Dieser legt sich die Alter­na­ti­ven zurecht, wie sie ihm gefal­len. Leider nicht so, wie sie die Reali­tät stellt. Die Wahl zwischen konven­tio­nel­len oder Erneu­er­ba­ren stellt sich nicht. Die Alter­na­ti­ven sind diese:

bild5

Mehr dazu hier.

 

 

 

Boris Palmer erklärt:

Der Wunsch, dass dabei unberührte Landschaf­ten verschont bleiben mögen, beson­ders aber die jeweils in der Nähe des eigenen Wohnorts gelege­nen Landstri­che, ist zwar verständ­lich, schei­tert aber auch an der Wirklich­keit: Man kann 200 Meter hohe Windrä­der nicht in Städten und Dörfern bauen. Damit Menschen nicht durch Schall- und Licht­ef­fekte leiden, müssen die Räder mindes­tens 700 bis 1000 Meter von bewohn­tem Gebiet entfernt sein. Damit fällt schon mal die halbe Fläche Deutsch­lands aus, und man muss zwangs­läu­fig in die wenig besie­delte Natur auswei­chen. In Talla­gen oder im Lee von Mittel­ge­bir­gen sind Windrä­der ökono­misch unsin­nig, weil nicht genug Wind weht. Die Zahl der poten­zi­el­len Stand­orte ist also von vornher­ein begrenzt.

Wollte man nun auch noch alle Landschafts- und Natur­schutz­ge­biete, die bewal­de­ten Mittel­ge­birgs­züge oder gar alle Flächen in Sicht­weite von Weltkul­tur­er­be­stät­ten und Biosphä­ren­re­ser­va­ten von Windrä­dern freihal­ten, wie es Dankwart Guratzsch vorzu­schwe­ben scheint, dann wäre der Ausbau der Windkraft in Deutsch­land sofort beendet.”

 

     

 

Aufge­klärte Bürger überset­zen:

Verhielte man sich ökolo­gisch verant­wor­tungs­voll und gebrauchte man den gesun­den Menschen­ver­stand, so wäre der Windkraft­aus­bau sofort beendet.

 

 

 

Boris Palmer erklärt:

Wer sugge­riert, man könne durch klügere Planung die Windrä­der nur dort aufstel­len, wo sie niemand stören, verkennt entwe­der die Zahl der notwen­di­gen Windkraft­an­la­gen oder die Größe der schüt­zens­wer­ten Flächen oder sogar beides. Die Zahl von derzeit rund 25.000 Windkraft­stand­or­ten in Deutsch­land müssen wir verdop­peln, um Deutsch­land erneu­er­bar zu versor­gen. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass, das funktio­niert auch hier nicht.”

 

     

 

Aufge­klärte Bürger antwor­ten:

Das Verken­nen der Zahlen muss sich  Herr Palmer selbst anlas­ten. „Eine Erneu­er­bare Versor­gung“ ist mit 50.000 Windkraft­an­la­gen mitnich­ten zu errei­chen. Das „Konzept“ 100% Erneu­er­bar des Fraun­ho­fer ISI gibt Anhalts­punkte: Ein Maisfeld, so groß wie das Saarland. Ein Feld von Solar­an­la­gen, halb so groß wie Hessen. Dazu 74.000 Windkraft­an­la­gen. Wo sich die 80 Millio­nen Menschen aufhal­ten sollen, verrät dieses „Konzept“ nicht. Von Tieren und sonsti­gen Kreatu­ren ganz zu schwei­gen. Was die Pelze betrifft: Durch Windkraft­aus­bau werden alle nass, aber niemand sauber.

 

 

 

Boris Palmer erklärt:

Beson­ders wichtig ist der Zubau von Windkraft in Süddeutsch­land. Hier gehen die meisten Atomkraft­werke vom Netz, hier sind die indus­tri­el­len Zentren und damit Schwer­punkte des Verbrauchs. Wenn im Pfälzer Wald kein Strom produ­ziert wird, müssen mehr Leitun­gen aus dem Süden zur Küste gebaut werden. Und auch die werden nicht über Siedlun­gen, sondern durch Mittel­ge­birgs­land­schaf­ten führen.”

 

     

 

Aufge­klärte Bürger antwor­ten:

Hier fördert Herr Palmer den Trugschluss, dass „Windkraft vor Ort“ Leitun­gen entbehr­lich machen. Dass die lokale „Müllpro­duk­tion“ „Müllför­der­bän­der“ erst recht notwen­dig machen, dass Windkraft- und Netzaus­bau zwei Seiten dersel­ben Medaille sind, übersteigt offen­bar die Vorstel­lungs­kraft.  

 

 

 

Boris Palmer erklärt:

Die Energie­wende kann nur funktio­nie­ren, wenn wir auch schöne Landschaf­ten mit Windrä­dern verän­dern. Die Auswir­kun­gen von Windparks auf die Natur sind jedoch, von wenigen Vogel­ar­ten abgese­hen, nahezu null. Jeder Kilome­ter Autobahn richtet mehr Schaden an der Umwelt an, als ein Windpark. Die einzige relevante Beein­träch­ti­gung der Windkraft bleibt die optische. Und darüber kann man treff­lich strei­ten.”

 

     

 

Aufge­klärte Bürger antwor­ten:

Konnte man die bisher getätig­ten Äußerung des „Grünen“ noch mangeln­dem Wissen oder techni­schem Sachver­stand zuschrei­ben, so offen­ba­ren diese Sätze das ganze Ausmaß der ideolo­gi­schen Verblen­dung. Pro Windkraft­an­lage wird rund ein Hektar Wald gerodet, d.h. rund 800 Bäume gefällt. Rund 3.500 Tonnen Stahl­be­ton werden mehrere Meter tief im Waldbo­den versenkt. Herr Palmer propa­giert dieses Vorge­hen zigtau­send­fach und reduziert dies auf ein „ästhe­ti­sches Problem“. Wer einmal solche Bilder vor Augen gehabt hat, kann sich nur an den Kopf fassen. Ein Hoimar von Ditfurth würde sich im Grabe umdre­hen. Zu Umwelt und Natur hat dieser „Grüne“ ganz offen­sicht­lich keinen Bezug.  

 

 

 

Boris Palmer erklärt:

Viele Windparks ziehen Besucher an, die sie offen­bar nicht beson­ders absto­ßend finden. Wo Windrä­der stehen, gewöhnt sich die Bevöl­ke­rung sehr schnell an den Anblick. Ich finde sie nicht nur beein­dru­ckend, sondern schlicht und schön. Als heimat­ver­bun­de­nen Menschen stören mich Hochspan­nungs­mas­ten mit ihren endlo­sen Seilge­wir­ren viel mehr, und doch habe ich sie längst überall akzep­tiert. Selbst wer sich an den Windrä­dern stört, kann an einem Faktum nicht vorbei: Mit dem Anblick der Windkraft­an­la­gen zahlen wir heute den Preis für unsere Energie.“

 

     

 

Aufge­klärte Bürger antwor­ten:

Mit dem Anblick von Windkraft­an­la­gen zahlen wir den Preis für 1,3 Prozent unserer Energie. Der Rest dieses abstru­sen Geschwa­fels verdient keinen Kommen­tar – außer dem, dass Menschen es durch­aus natür­lich mögen.

 

 

 

Boris Palmer erklärt:

Mit den fossi­len und atoma­ren Alter­na­ti­ven schicken wir die Rechnung in die Zukunft. Wenn künftige Genera­tio­nen den Anblick von Windmüh­len nicht mehr ertra­gen können, ist die Renatu­rie­rung in wenigen Tagen erledigt. Die Folgen von Atomkraft und Kohle­strom kann man nicht so einfach besei­ti­gen.”

 

     

 

Aufge­klärte Bürger antwor­ten:

Pippi Langstrumpf ist leider nicht Energie­mi­nis­te­rin. Insofern stellt sich die Alter­na­tive „Windmüh­len oder Atom und Kohle“ nicht (siehe oben). Die Alter­na­tive lautet Atom- oder Kohle­strom vs. Atom- oder Kohle­strom plus nutzlose Windkraft­an­la­gen.

 

 

 

Boris Palmer erklärt:

Der Nutzen von Windrä­dern für den Klima­schutz ist immens, der Umwelt­scha­den minimal.”

 

     

 

Aufge­klärte Bürger antwor­ten:

Man ändere die Reihen­folge der Adjek­tive und nähere sich der Reali­tät: Der Nutzen für den Klima­schutz ist negativ, der Umwelt­scha­den kolos­sal.

 

 

 

Boris Palmer erklärt:

Wer sich inten­si­ver mit den Initia­ti­ven ausein­an­der­setzt, die im Namen des Natur­schut­zes gegen Windrä­der mobili­sie­ren, stellt fest, dass dies häufig gerade die Menschen sind, die Biopro­dukte für Firle­fanz halten, große Autos in der Garage haben, nie Grün wählen würden und Umgehungs­stra­ßen in freier Landschaft für einen Segen halten, kurz – die Ökolo­gie erst dann entde­cken, wenn ihnen ein Windrad ins Blick­feld gerät. Das ist zwar völlig legitim, aber eben nicht ökolo­gisch. Geschützt werden soll nicht die Natur, sondern die eigene Aussicht.”

 

     

 

Aufge­klärte Bürger antwor­ten:

Herr Palmer hat aus seinem Kontakt mit Gegnern seiner Pläne anschei­nend nichts gelernt. Offen­bar ist das Oberstüb­chen des Oberbür­ger­meis­ters zu klein, als dass die Vorstel­lung, dass seine Kriti­ker redli­che und durch­aus auch jenseits des unmit­tel­ba­ren Sicht­felds am Wohl der Natur inter­es­sierte Menschen sind, darin Platz finden kann. Eine andere Meinung zur Sache muss man als Demokrat akzep­tie­ren. Nicht akzep­tie­ren muss man als Demokrat die Diffa­mie­rung Anders­den­ken­der. Das hier von Herrn Palmer prakti­zierte Verhal­ten ist typisch für die selbst­er­nann­ten Weltver­bes­se­rer. Diese Menschen reden von Sachlich­keit und diffa­mie­ren Anders­den­kende im gleichen Atemzug.

 

 

 

Boris Palmer erklärt:

Auch wenn das alles furcht­bar nüchtern und zweck­ra­tio­nal klingen mag, bleibe ich dabei: Es ist nicht statt­haft, zweifel­hafte und wandel­bare ästhe­ti­sche Gegen­warts­be­dürf­nisse über die Lebens­be­dürf­nisse künfti­ger Genera­tio­nen  zu stellen. Wer heute nicht auf Strom und Wärme verzich­ten will, muss den Anblick von Wärme­däm­mun­gen und Windrä­dern ertra­gen.”

 

     

 

Aufge­klärte Bürger antwor­ten:

Was Herr Palmer von sich gibt, klingt nicht nüchtern und ratio­nal, sondern betrun­ken und dumm. Mag dieser Mann bleiben, bei was er will und wo er will – nur nicht in politi­scher Verant­wor­tung. Wer morgen weder auf eine sichere Energie­ver­sor­gung noch auf eine halbwegs intakte Natur verzich­ten will, der darf die unsäg­li­che Politik eines solchen Schar­la­tans nicht ertra­gen. 

 

 

Ach, die Welt ist so geräu­mig und der Kopf ist so beschränkt.

(Wilhelm Busch)

Die Argumen­ta­ti­ons­füh­rung des Herrn Palmer überzeugt uns nicht. Mit dem Begriff “Verrat” ist dessen Haltung gegen­über Grünen Idealen unseres Erach­tens treffend bezeich­net.

grüne-verräter

Die taz erkannte den Tatbe­stand bereits vor einem Jahr.

Tröst­lich, dass es andern­orts noch natur- und reali­täts­freund­li­che Grüne gibt. Ein ehema­li­ges Mitglied des Europa­par­la­ments sieht die Lage so:

…es sind schlimme Funda­men­ta­lis­men entstan­den, die dieser Diskus­sion nicht guttun. Aus meiner Sicht war der Ausstieg aus der Atomkraft in Deutsch­land völlig unvor­be­rei­tet, man hätte einige Jahre abwar­ten müssen, um dann mit Plan und abgestimmt mit Fachleu­ten einen neuen Weg beschrei­ten zu können. Inzwi­schen wissen wir, dass die alter­na­ti­ven Techno­lo­gien noch nicht ausge­reift sind. (…) Die Bigot­te­rie in linken und ökolo­gi­schen Kreisen ist in der Tat oft zum Kopfschüt­teln. Nicht nur beim Thema Windkraft und Energie­wende.”

Reinhold Messner, im August 2014

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