Subven­ti­ons­ritter bangen um Beute, Vernunft­bürger erhalten Orden

Die Stich­tags­re­ge­lung von Wirtschafts­mi­nister Sigmar Gabriel für Windkraft­an­lagen durch­kreuzt jahre­lange Planungen. Bislang war die Windenergie für Inves­toren im Norden ein glänzendes Geschäft.

Mit diesen Worten leitet Martin Greive in der WELT vom 4. März 2014 einen Artikel ein, dessen Titel den beschrie­benen Sachver­halten leider nur bedingt angemessen ist.

Der oben in Grün – vor dem Komma – zu lesende Satz wird der tatsäch­li­chen Situa­tion unseres Erach­tens besser gerecht.

Der Autor beschreibt die Auswir­kungen der geplanten EEG-“Reform” auf die Renta­bi­lität von Bürger­wind­parks. 

Stich­wort: EEG-Reform­pläne

Der uns vorlie­gende Entwurf des “refor­mierten” Erneu­er­bare Energien Gesetzes ist gegen­über dem bisher geltenden Geset­zes­werk nur marginal verän­dert. Der Entwurf ist nicht im Entfern­testen geeignet, den “Wahnsinn” (Stephan Kohler, Chef der DENA) zu beenden.

Im Gegen­teil: Während das bishe­rige EEG für die Windkraft- und Photo­vol­ta­ik­an­lagen eine auf 20 Jahre währende Preis- und eine Absatz­ga­rantie vorsah, kommt nun auch noch eine Mengen­ga­rantie hinzu.

Worin hier eine Annähe­rung an markt­wirt­schaft­liche Prinzi­pien liegen soll, bleibt das Geheimnis der Verfasser dieses Entwurfes. Ebenso deren Geheimnis bleibt es, ob sie sich beim Verfassen der Präambel bewusst des Stilmit­tels des Zynismus’ bedient haben oder tatsäch­lich jede Kontakt­auf­nahme mit der Realität erfolg­reich vermieden haben.

Bezüg­lich des für uns und für diesen Artikel beson­ders relevanten Paragra­phen 29 lässt dieser Gesetz­ent­wurf jeden­falls keinen Zuwachs an Vernunft erwarten: 

Die Irratio­na­lität in der Irratio­na­lität, wie sie durch die verlän­gerte Anfangs­ver­gü­tung perfek­tio­niert wird, bleibt vollständig erhalten. 

Die vermeint­li­chen Kürzungen der Vergü­tungs­sätze werden sich gemäß Entwurf nur in Norddeutsch­land an “sehr guten Stand­orten” auswirken.

Im Sinne der Inter­essen von Mensch und Natur ist dieser Entwurf vollkommen indis­ku­tabel.

Die Bitte der Vernunft­bürger wurde bislang nicht erhört. 

In seiner ganzen aberwit­zigen, durch und durch planwirt­schaft­li­chen Syste­matik bleibt der Entwurf der geltenden Rechts­lage vollkommen treu.

Folge­richtig ist auch kaum mehr von “Reform”, sondern vielmehr von “Novelle” die Rede. 


Stich­wort: Bürger­wind­park    

Über die Chancen und Risiken dieser Form der Geldan­lage können Sie sich hier infor­mieren.                                                                                           

Da angeb­lich eine Kürzung der Subven­tionen für Strom aus Windkraft­an­lagen geplant ist, seien die inves­ti­ti­ons­wil­ligen Bürger verun­si­chert:

Die Verun­si­che­rung ist groß. Die Bürger machen sich große Sorgen um ihr Geld”, sagt Martin Grund­mann, Geschäfts­führer von Arge Netz, einem Zusam­men­schluss von Windpark­be­trei­bern in Schleswig-Holstein. Wenn Initia­tiven zu Veran­stal­tungen über Inves­ti­ti­ons­mög­lich­keiten in Windkraft einladen, sind die Schul­turn­hallen in Nordfries­land geram­melt voll. Mindes­tens 20.000 Schleswig-Holsteiner haben in Bürger­wind­parks inves­tiert, in manchen Örtchen wie Löwen­stedt ist es jeder Zweite. Und viele Bürger sind auch an derzeit geplanten Windparks mit einer Einlage betei­ligt. Bei ihnen geht nun die Angst um. Allein im Norden seien rund 40 Projekte von Gabriels Plänen betroffen, sagt Grund­mann.

Nicht immer aus eigener Schuld: So forderten Behörden manches Mal natur­schutz­recht­liche Gutachten nach, wodurch sich einige Verfahren erheb­lich verzö­gerten. Viele Bürger­wind­parks wurden zudem von Gabriels Schnel­lig­keit überrascht. Sie wussten zwar vor den Bundes­tags­wahlen, dass eine EEG-Reform kommen würde. So argumen­tiert auch Gabriel: Jeder konnte sich auf Änderungen vorbe­reiten. Aber fast alle Betreiber rechneten damit, dass die Regelungen erst ab 2015 in Kraft treten würden. Schät­zungen zufolge werden bundes­weit rund 15 Prozent der aktuell geplanten Anlagen nicht gebaut werden können, wenn es beim Stichtag 22. Januar bleibt.

 

Schwer verständ­lich ist, dass die Anfor­de­rung natur­schutz­fach­li­cher Gutachten hier unter­schwellig als “lästiges Ärgernis” darge­stellt wird.

Sehr verständ­lich ist die Argumen­ta­tion des Bundes­wirt­schafts­mi­nis­ters.

Schwer erträg­lich ist die Aussicht, dass nach dieser “Reform” immer noch 85 Prozent aller geplanten Anlagen gebaut werden. 

Dieser Weg 

In die Irre-bild

Mit einem Klick auf’s Bild gelangen Sie zur Seite einer hessi­schen Bürger­initia­tive. Dort können Sie sehen, wie “Grün wirkt.” An hunderten weiteren Orten wird diese Natur­zer­stö­rung demnächst umgesetzt. Das EEG macht’s möglich.

wird mit dem “refor­mierten” EEG unbeirrt fortge­setzt.

Dass Herr Greive, anders als immer mehr seiner Kollegen, weniger als die Hälfte des Problems sieht, ist schade. 

Dass es sich bei den von ihm latent bemit­lei­deten Inves­toren um Subven­ti­ons­ritter und bei den von ihnen gejagten Renditen schlicht um die Beute aus einem Feldzug gegen die Natur und die Allge­mein­heit handelt, haben die Leser des Artikels offenbar wesent­lich besser verstanden. 

Dieser Artikel hat keine VERNUNFT–Medaille verdient. 

Wie uns erst heute bekannt wurde, hat jedoch Herr Dr. Martin Flade nicht nur einen Preis verdient, sondern auch erhalten. Er wurde mit dem Löhrl-Preis der Deutschen Ornitho­logen-Gesell­schaft ausge­zeichnet:  Für die Thema­ti­sie­rung des Biodi­ver­si­täts­de­sas­ters, das diese Energie­wende anrichtet. 

Wie uns ebenfalls heute bekannt wurde, hat Herr Diplom-Physiker Hermann Gottschalk die Karl-Eugen-Koehl-Umwelt­me­daille erhalten.  Forst­di­rektor a.D. Karl-Eugen Koehl agierte bereits in den 80er Jahren als begeis­terter und überzeugter Umwelt­schützer im Landkreis Forch­heim und war auch langjäh­riger Kreis­vor­sit­zender des Bundes Natur­schutz. Die Auszeich­nung geht an Gruppie­rungen bzw. Personen, die sich für die Umwelt verdient gemacht haben. 

Damit sind die Worte rechts des Kommas in unserer Überschrift legiti­miert.

Nicht legiti­miert ist hingegen diese Energie­wende. 

die ökolo­gi­sche und ethische Legiti­ma­tion der Energie­wende im Schnell­durch­gang ist haltlos

das findet zumin­dest ein namhafter SPD-Politiker – und das schon seit mehr als zwei Jahren.

Wenn Sie das auch so sehen, lassen Sie es die Entschei­dungs­träger wissen und nutzen Sie das VERNUNFT­BÜR­GER­TE­LEFON.

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